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INSPIRATION FÜR KÖRPER, GEIST UND SEELE                
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KGS Artikel (September 2016)

Die Weis­heit dei­ner See­le

Vor­wort Wer wie ich die wun­der­ba­re Ge­le­gen­heit be­kommt, mit Var­da Has­sel­mann ei­ne Stun­de un­ter vier Au­gen zu sp­re­chen, der kann da­nach ein­fach nur fas­zi­niert sein von die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Frau. Var­da nimmt sich Zeit, je­de Fra­ge ist für sie wich­tig und wird ge­büh­rend be­ant­wor­tet – sie un­ter­sch­ei­det da nicht zwi­schen Se­mi­nar, In­ter­view oder pri­va­tem Ge­spräch. Sie re­det mit ru­hi­ger Stim­me, wählt ih­re Wor­te sorg­fäl­tig aus. Sie ist nie­mand, der durch schnel­les Re­den Un­si­cher­hei­ten über­spie­len müss­te. Nein, Var­da ist ei­ne Frau, die sehr ge­nau weiß, wo­von sie spricht. Ei­ne klu­ge Frau mit ei­ner gehö­ri­gen Por­ti­on Mut. Die brauch­te es auch, denn als Var­da da­mals be­gann als Me­di­um zu ar­bei­ten, gehör­te sie zu den großen Aus­nah­men. Das Wort „Me­dia­lität“ hat­ten die meis­ten noch nicht ein­mal gehört. Doch Var­da hat sich da­von nie be­ir­ren las­sen. Sie folgt seit­her ih­rer Be­ru­fung und trägt die Bot­schaf­ten ih­rer Quel­le in die Welt. Und wer sie da­bei ein­mal li­ve er­le­ben darf, der merkt so­fort, was für ein großes Ge­schenk die Ar­beit von Var­da für uns al­le ist. Was es ge­nau mit der „Ar­beit“ von Var­da auf sich hat, durf­te ich mir ganz ge­nau von ihr er­klä­ren las­sen. Mein Ge­spräch mit Var­da Lie­be Var­da, nicht al­le von uns ha­ben schon ein­mal ein Me­di­um er­lebt. Viel­leicht magst du uns ein­mal mit ei­ge­nen Wor­ten be­schrei­ben, was ein Me­di­um macht? Nun, wir über­mit­teln Bot­schaf­ten aus ei­ner geis­ti­gen, spi­ri­tu­el­len oder see­li­schen Di­men­si­on. Aber es liegt auf der Hand, dass man die­se Auf­ga­be nicht al­lein an­ge­hen kann: Als Me­di­um ist man dar­auf an­ge­wie­sen, dass ei­ne In­stanz von der an­de­ren Sei­te die­se „Di­ens­te“ auch nut­zen will. Me­dia­le Über­mitt­lung funk­tio­niert al­so nur auf der Ba­sis von Zu­sam­men­ar­beit.
Zwi­schen dir und der In­stanz? Auch, denn ge­nau ge­nom­men gehö­ren da­zu drei Par­tei­en: Ein­mal na­tür­lich die In­stanz oder auch „Quel­le“, die et­was über­mit­teln möch­te. Die zwei­te Par­tei ist der Empfän­ger, al­so der­je­ni­ge, der et­was wis­sen oder er­fah­ren möch­te. Der Fra­gen­de stellt die En­er­gie zur Ver­fü­gung, da­mit die außer­mensch­li­che In­stanz re­det und ant­wor­tet. Die drit­te Par­tei – die neu­trals­te – ist das Me­di­um. Das Me­di­um empfängt und gibt wei­ter. Aber es kann und darf nicht zen­sie­ren.
Du gibst die In­for­ma­tio­nen al­so un­ge­fil­tert wei­ter? Ganz ge­nau. Ich bin ver­ant­wort­lich für die Rein­heit der Über­mitt­lung, aber nicht für die In­hal­te. Mei­ne Auf­ga­be ist es, men­ta­le Im­pul­se in Spra­che zu über­tra­gen – und zwar so neu­tral und un­in­ter­es­siert wie mög­lich. Denn wenn mich die Ant­wor­ten in­ter­es­sie­ren wür­den, dann hät­te ich ein ei­ge­nes An­lie­gen, sie so oder so zu hö­ren. Ich wür­de sie dann nicht mehr un­be­tei­ligt emp­fan­gen kön­nen. Vie­le Men­schen glau­ben, dass das Me­di­um und die außer­mensch­li­che Quel­le, wel­che das Me­di­um nutzt, geis­tig ir­gend­wie über­ein­stim­men. Aber das ist so nicht. Ich ver­mitt­le. Ich über­set­ze nur die In­for­ma­tio­nen, die mir me­di­al ge­schickt wer­den, in ei­ne hoch­dif­fe­ren­zier­te und en­er­gie­ver­mit­teln­de Spra­che. Erst spä­ter eig­ne ich mir die In­hal­te an, die mir oft recht fremd sind.
Und wie er­hältst du die­se Bot­schaf­ten? In­dem ich mich in ei­nen Emp­fangs­mo­dus ver­set­ze, in ei­ne be­stimm­te Empfäng­lich­keit, da­mit ein Kon­takt mit mei­ner Quel­le, al­so mei­ner In­stanz auf der an­de­ren Sei­te, über­haupt zu­s­tan­de kom­men kann. Ich wen­de dafür ei­ne Me­tho­de an, die Tief-Wach-Tran­ce heißt. Das be­deu­tet, ich bin in ei­nem tie­fen Tran­ce-Zu­stand, da­bei aber hell­wach. "Ganz weg, aber voll da!" Wa­cher als nor­ma­ler­wei­se im All­tag. Ich hö­re, se­he oder rie­che und emp­fan­ge Din­ge, die ich im Nor­mal­zu­stand nicht wahr­neh­men wür­de. Al­le mei­ne Sin­ne sind al­so über­mäßig ge­schärft und ich bin be­reit, die In­for­ma­tio­nen mei­ner Quel­le durch­zu­las­sen.
Aber wie funk­tio­niert das ge­nau? Die­se Fra­ge hat mich die ers­ten Jah­re sehr be­schäf­tigt, weil ich dar­auf ein­fach kei­ne Ant­wort fand. Ich ha­be mich so­gar oft ge­fragt, ob ich mir das viel­leicht nur ein­bil­de. Aber ir­gend­wann konn­te ich los­las­sen. Da ha­be ich mir ge­sagt: Ich ma­che hier mei­ne Ar­beit und ich muss nicht wis­sen, wie das hirn­phy­sio­lo­gisch funk­tio­niert. Das weiß auch sonst nie­mand. Ent­sch­ei­dend ist letzt­lich nicht der Vor­gang als sol­cher, ent­sch­ei­dend ist nur das Er­geb­nis. Das, was da­bei an Ein­sicht her­aus­kommt.
Be­kommst du denn je­des Mal In­for­ma­tio­nen von dei­ner Quel­le? Ja, je­des Mal, wenn ich in Tran­ce ge­he. Be­reits kurz nach­dem ich mit Mit­te 30 mei­ne Be­ga­bung - oder sa­gen wir Be­ru­fung - als Me­di­um ent­deckt ha­be, be­gann ich auch in Se­mi­na­ren die Bot­schaf­ten mei­ner Quel­le an die Teil­neh­mer zu über­mit­teln. Ich war an­fangs sehr auf­ge­regt und hat­te wahn­sin­ni­ge Angst da­vor, dass ich vor ver­sam­mel­ter Mann­schaft ste­he und nichts kommt. Ich ha­be mei­ner Quel­le da­her gleich zu Be­ginn klar­ge­macht: Wenn ich das hier für euch tun soll, dann er­war­te ich auch, dass ihr im­mer mit­macht. Wenn ihr mich nur ein ein­zi­ges Mal hän­gen lasst, dann ma­che ich das nie, nie wie­der! Sie ha­ben mich tatsäch­lich nie­mals im Stich ge­las­sen. Ich muss da­zu aber sa­gen: Mei­ne Quel­le be­treibt da­bei nicht bloß net­te Kon­ver­sa­ti­on, die­se trans­per­so­na­le We­sen­heit hat auch wirk­lich ein An­lie­gen.
Wel­ches An­lie­gen hat sie denn? Ei­ne neue See­len­leh­re in die Welt zu tra­gen. Mei­ne Quel­le hat sehr um­fang­rei­che In­for­ma­tio­nen über die In­kar­na­ti­ons­rei­se des Men­schen und die Ent­wick­lung der mensch­li­chen See­len, zur See­len­fa­mi­lie und zu den Wel­ten der See­le.
Kannst du uns ge­nau­er er­klä­ren, was da­mit ge­meint ist? So wie sich Kör­per, Geist und Psy­che ei­nes Men­schen dem Ge­setz der Ent­wick­lung un­ter­ord­nen, gilt das auch für sei­ne See­le. Wenn auch in viel größe­ren Zeit­di­men­sio­nen. Wir sp­re­chen hier von ei­nem Zeit­raum von un­ge­fähr 10.000 Jah­ren, in de­nen sich die See­le et­wa 100 Mal in­kar­niert.
Was pas­siert wäh­rend die­ser In­kar­na­tio­nen mit der See­le? Sie wächst und ent­fal­tet sich, lernt zu lie­ben und sich selbst und die Welt zu er­ken­nen. Es gibt fünf See­len­al­ter, die von der Quel­le die Be­zeich­nun­gen Säug­ling-See­le, Kind-See­le, Jun­ge See­le, Rei­fe See­le und Al­te See­le er­hal­ten ha­ben. Die­se fünf See­len­al­ter sind noch ein­mal in 35 Ent­fal­tungs­s­tu­fen un­ter­teilt. Wird ei­ne See­le das ers­te Mal als Mensch ge­bo­ren, ist sie ei­ne Säug­ling-See­le auf der ers­ten Ent­fal­tungs­s­tu­fe. Von dort schrei­tet sie ei­nen klar struk­tu­ri­er­ten Ent­wick­lungs­weg vor­an, bis sie ir­gend­wann ei­ne Al­te See­le auf der letz­ten Ent­fal­tungs­s­tu­fe ist.
Kann man sa­gen, dass die See­le für je­de Ent­fal­tungs­s­tu­fe ei­ne Auf­ga­be hat? Auf je­den Fall. Men­schen­see­len in­kar­nie­ren sich, um wäh­rend ei­nes Le­bens ihr je­wei­li­ges Ent­fal­tungs­po­ten­zi­al aus­zu­schöp­fen und neue Er­fah­run­gen zu ge­win­nen. Ei­ne See­le ver­knüpft im Mo­ment ih­rer je­wei­li­gen In­kar­na­ti­on und für die ge­sam­te Dau­er die­ses Le­bens ei­nen um­fas­sen­den In­kar­na­ti­ons­plan mit den tatsäch­li­chen Ent­fal­tungs­ge­le­gen­hei­ten. Die­ser Plan ist ab­hän­gig von dem, was in frühe­ren In­kar­na­tio­nen be­reits an Ent­fal­tungs­po­ten­zi­al aus­ge­schöpft wur­de.
Kannst du uns viel­leicht ein Bei­spiel ge­ben? Neh­men wir die Säug­ling-See­le, die zum ers­ten Mal als Mensch in­kar­niert wird. Sie be­wohnt plötz­lich ei­nen Kör­per und muss sich erst­mals mit all sei­nen Be­son­der­hei­ten und Funk­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen. Auf die­ser ers­ten Ent­fal­tungs­s­tu­fe geht es vor al­lem dar­um, das Stau­nen dar­über, dass al­les neu ist, mit ei­ner nach­hal­ti­gen Ur- und Grund­er­fah­rung zu ver­knüp­fen. In der nächs­ten Stu­fe, wenn die See­le nach drei oder vier In­kar­na­tio­nen den kör­per­li­chen Seins­zu­stand ken­nen­ge­lernt und er­fah­ren hat, geht es dar­um zu ler­nen, dass an­de­re an­ders sind. Und so geht das im­mer wei­ter: Mit je­der In­kar­na­ti­on und durch al­le See­len­al­ter hin­durch lernt die See­le mehr, ent­wi­ckelt sich wei­ter, wächst und wird wei­ser. Je­de Ent­fal­tungs­s­tu­fe ist da­bei für al­le gleich, aber je­der macht’s an­ders. Je­de See­le folgt ei­nem vor­ge­ge­be­nen und doch ab­so­lut in­di­vi­du­el­len Lern­weg.
Das klingt ganz nach der Ent­wick­lung ei­nes Men­schen Rich­tig! Das Mo­dell der fünf See­len­al­ter ori­en­tiert sich an den Men­schen­al­tern. Durch die­se Ana­lo­gie wird es für uns leich­ter, die See­len­leh­re nach­zu­voll­zie­hen und die Be­son­der­hei­ten je­des See­len­al­ters zu ver­s­te­hen.
Wie meinst du das? Neh­men wir als Bei­spiel ei­nen Drei­jäh­ri­gen und ei­nen 90-jäh­ri­gen. Bei­de sind gleich wich­tig und wert­voll, aber eben doch sehr ver­schie­den. Und zwar in Hin­blick auf die Le­bens­er­fah­rung, die Be­dürf­nis­se, die per­sön­li­che Rei­fe – das ist ein­fach so. Wenn jetzt der 90-jäh­ri­ge den An­spruch er­hebt, von ei­nem Drei­jäh­ri­gen ge­wür­digt, ver­s­tan­den, ge­trös­tet, wahr­ge­nom­men zu wer­den in sei­ner spe­zi­fi­schen Al­ter­s­ei­gen­art, dann kann er lan­ge war­ten. Der al­te Mensch kann hin­ge­gen, weil er schon ein­mal drei­jäh­rig war, viel­leicht Kin­der groß­ge­zo­gen und En­kel­kin­der mit­er­lebt hat, ein ge­wis­ses Maß an Ein­füh­lung und Grund­ver­s­tänd­nis für den Drei­jäh­ri­gen auf­brin­gen. Und so ver­hält es sich auch mit den See­len: Man kann nicht er­war­ten, dass ei­ne Kind-See­le oder Jun­ge See­le ei­ne Al­te See­le ver­steht. Aber ei­ne Al­te See­le be­sitzt durch­aus schon die Weis­heit um zu to­le­rie­ren, dass jün­ge­re eben an­ders ti­cken.
War­um ist die­ses Wis­sen um die See­len­al­ter dei­ner Mei­nung nach so wich­tig? Zum ei­nen, weil es ei­ne völ­lig neue Sicht auf die Welt und die Ge­scheh­nis­se um uns her­um bie­tet. Die Kennt­nis der ge­sam­ten See­len­leh­re und be­son­ders der See­len­al­ter för­dert das Ver­s­te­hen und die To­le­ranz ge­genüber un­se­ren Mit­men­schen. Wenn wir für uns ver­in­ner­li­chen, dass es eben nicht nur Rei­fe oder Al­te See­len gibt, son­dern auch Jun­ge und so­gar Säug­ling-See­len, die mit ganz an­de­ren The­men be­schäf­tigt sind, kön­nen wir Din­ge, die uns stö­ren oder un­an­ge­nehm sind, viel leich­ter to­le­rie­ren. Wir wis­sen dann, dass un­ser ei­ge­nes See­len­al­ter un­se­re Welt­sicht prägt. Dass nicht al­le die glei­che Auf­ga­be ha­ben, die glei­che Weis­heit be­sit­zen kön­nen und den­noch al­le wich­tig sind. Weil sich zum Bei­spiel die jün­ge­ren See­len mit vie­len prak­ti­schen Din­gen be­schäf­ti­gen und die rei­fe­ren ih­ren Geist für die Lö­sung von Pro­b­le­men ein­set­zen.
Kann man dann auch bei an­de­ren er­ken­nen, in wel­chem See­len­al­ter sie sich be­fin­den? Mitt­ler­wei­le ist die See­len­leh­re so um­fang­reich und je­des See­len­al­ter, ja so­gar je­de Ent­fal­tungs­s­tu­fe, von der Quel­le so ge­nau dar­ge­stellt wor­den, dass das auf je­den Fall mög­lich ist. Wenn wir ei­nen Men­schen ein biss­chen ken­nen, kön­nen wir sehr klar se­hen, in wel­chen Ent­fal­tungs­zy­k­lus er gehört, weil die Ver­hal­tens­wei­sen und Be­dürf­nis­se evi­dent und ex­akt be­schreib­bar sind.
Und wel­che Vor­tei­le bie­ten sich für je­den Ein­zel­nen von uns, wenn wir die Vor­s­tel­lung von See­len­al­tern ken­nen? Das ist der zwei­te As­pekt: Wir wis­sen, dass es ei­nen Plan gibt, dass wir ei­ne Lern­auf­ga­be ha­ben und dass im Grun­de je­der von uns so, wie er ist, be­reits vor der Ge­burt vor­ge­se­hen war. Je­der – wirk­lich je­der! – ist völ­lig in Ord­nung. All un­se­re An­la­gen, un­ser Po­ten­zi­al, un­se­re Be­ga­bun­gen sind ge­nau so ge­wollt und fest in un­se­rer See­le ver­an­kert. Das wi­der­spricht na­tür­lich un­se­rer über­kom­me­nen Mo­ral­vor­s­tel­lung. Ich er­le­be im­mer wie­der, dass die Men­schen durch die Be­geg­nung mit ih­rer ei­ge­nen See­le, der Be­schrei­bung ih­rer Ei­gen­schaf­ten, Auf­ga­be und Merk­ma­le plötz­lich die Angst ver­lie­ren, sich so zu zei­gen, wie sie tatsäch­lich sind. Sie hö­ren auf, ei­nem fal­schen Selbst­bild oder fal­schen Wün­schen – zum Bei­spiel de­nen ih­rer El­tern – zu ent­sp­re­chen. Sie ver­s­te­hen den Sinn ih­rer Exis­tenz, ihr ei­ge­nes See­len­mus­ter und das gibt ih­nen die Si­cher­heit: So wie ich bin, bin ich ge­nau rich­tig. Ich muss nicht an mir her­um­dok­tern, mich ver­bes­sern oder än­dern. Ich bin da, um das zu le­ben, was in mir an­ge­legt ist. So, wie ich ge­meint bin.
Gilt das vor al­lem für den zwi­schen­mensch­li­chen Be­reich? Das gilt für je­den Be­reich. Ich hat­te zum Bei­spiel ein­mal ei­ne Frau in ei­nem Se­mi­nar, die mit Mit­te 40 er­fuhr, dass sie ei­ne Künst­ler­see­le ist. Da­nach spru­del­ten die Ge­dich­te nur so aus ihr her­aus und be­reits vier Wo­chen spä­ter hat­te sie ih­re ers­te Le­sung. Zu­vor hat­te sie nie­mals ge­dich­tet! Sol­che Of­fen­ba­run­gen sind durch­aus mög­lich. Vie­le ken­nen die­ses Ge­fühl, sich nach et­was zu seh­nen, aber sie wis­sen nicht recht wo­nach. Und plötz­lich be­kommt al­les ei­ne Be­nen­nung durch die See­len­ma­trix. Es war vor­her schon da, schlum­mer­te aber viel­leicht un­ter ei­nem Berg vor­ge­fass­ter Mei­nun­gen und Ängs­te. Doch mit der Er­kennt­nis wird Po­ten­zi­al frei, die Men­schen trau­en sich wie­der, auf ih­re In­tui­ti­on zu hor­chen und fin­den Zu­gang zur Weis­heit ih­rer See­le. Wir ha­ben im Lau­fe un­se­rer lang­jäh­ri­gen See­len­ar­beit die größ­ten Über­ra­schun­gen er­lebt. Die Men­schen sind in­spi­riert wie nie zu­vor in ih­rem Le­ben, las­sen sich auf Din­ge ein, die viel bes­ser zu ih­nen pas­sen, oder sie be­geg­nen ei­nem neu­en Part­ner. Sie sind au­t­hen­tisch und ver­su­chen nicht, je­mand zu sein, der sie gar nicht sind. Und das macht auch ein­fach glück­lich.
Nach­wort Die­ses In­ter­view füh­ren zu dür­fen, war für mich et­was sehr Be­son­de­res. Nicht je­den Tag trifft man auf so in­spi­rie­ren­de, wei­se Men­schen wie Var­da. Mei­ne Sym­pa­t­hie und Ach­tung vor die­ser Frau ma­chen es mir un­mög­lich, neu­tral über sie zu be­rich­ten. Sie als Me­di­um ist da ei­nen großen Schritt wei­ter, ich als Re­dak­teu­rin hin­ge­gen las­se hier mei­nen Emp­fin­dun­gen ein we­nig frei­en Lauf. Aber ich bin si­cher: Wenn ihr Var­da auch ein­mal li­ve er­lebt, wer­det ihr mich be­stimmt ver­s­te­hen. Und bei pas­sen­der Ge­le­gen­heit viel­leicht so­gar ge­nau­so über sie be­rich­ten. Vie­len Dank an Var­da für un­ser wun­der­ba­res und in­spi­rie­ren­des Ge­spräch!

Die fünf See­len­al­ter in fünf Sät­zen

-          Die Säug­ling-See­le: Mit der Ent­de­ckung des ei­ge­nen Kör­pers, sei­nen Fähig­kei­ten, Be­dürf­nis­sen und Ab­gren­zun­gen zur Außen­welt be­ginnt Ent­wick­lung der mensch­li­chen See­le.

-          Die Kind-See­le: Die See­le hat schon vie­les ver­s­tan­den, sich an den Kör­per ge­wöhnt und will nun ein we­nig die Welt und die Mit­men­schen er­kun­den.

-          Die Jun­ge See­le: In die­sem Al­ter will die See­le die Welt er­o­bern, ih­re Macht er­pro­ben und be­wei­sen, dass sie al­les al­lein schaf­fen kann.

-          Die Rei­fe See­le: Die See­le sieht nun ein, dass es auch an­de­re We­ge gibt, sich mit der Welt aus­ein­an­der­zu­set­zen, und liebt es, sich mit Pro­b­le­men zu be­schäf­ti­gen – sie will nicht er­o­bern, son­dern sucht nach Wahr­heit.

-          Die Al­te See­le: Im letz­ten See­len­al­ter setzt sich die See­le nicht mehr wie vor­her mit der Welt aus­ein­an­der, son­dern sie zieht sich zu­rück; sie kann nicht die gan­ze Welt lie­ben, aber sich selbst und ih­re en­gen Mit­men­schen – und das ist auch viel.


Var­da Has­sel­mann Be­reits seit 1983 ar­bei­tet Dr. Var­da Has­sel­mann als Tran­ce-Me­di­um, gibt Se­mi­na­re und ver­fass­te zahl­rei­che Bücher. Mit ih­rem neu­en Buch „Jun­ge See­len – Al­te See­len“ ist nun ei­ne ein­zig­ar­ti­ge, um­fas­sen­de Ty­po­lo­gie der See­len er­schie­nen, zu der sie im Ok­to­ber ei­nen Vor­trag in Ham­burg hält. Im An­schluss dar­an wird sie sich in ih­rem Se­mi­nar „In­tui­ti­on und In­spi­ra­ti­on – Die Weis­heit der See­le“ ge­mein­sam mit den Teil­neh­mern den ver­bor­ge­nen Po­ten­zia­len der See­le wid­men. Die­ses Se­mi­nar bie­tet Ge­le­gen­heit, un­ter der er­fah­re­nen Lei­tung von Var­da Has­sel­mann ver­schüt­te­te, oft über­ra­schen­de Be­ga­bun­gen an sich zu ent­de­cken, wie­der in en­ge Ver­bin­dung mit sei­ner In­tui­ti­on zu ge­lan­gen und neue In­spi­ra­ti­on für die Er­fül­lung sei­ner Le­bens­auf­ga­be zu fin­den. Denn die Ga­be der In­tui­ti­on hat je­der Mensch, ge­nau­so wie je­der In­spi­ra­ti­on zur Ent­fal­tung fin­den kann. Viel­fach lie­gen die­se Kräf­te und Ta­len­te je­doch un­ter ei­nem von Ängs­ten, vor­ge­fass­ter Mei­nun­gen und fal­scher Er­war­tungs­hal­tun­gen be­gra­ben. Doch wer lernt, auf sei­ne In­tui­ti­on zu ver­trau­en, der fin­det leich­ter Zu­gang zu In­spi­ra­ti­on, stärkt sein Ver­trau­en in das ei­ge­ne Selbst und er­kennt die Weis­heit sei­ner See­le. In hei­te­rer, ent­spann­ter At­mo­s­phä­re gibt es an die­sem Wo­chen­en­de Pra­xis und Theo­rie, berüh­ren­de Be­geg­nun­gen mit sich selbst und an­de­ren, wert­vol­le Ein­sich­ten und Er­kennt­nis­se. Es öff­net sich ein span­nen­der Weg, ver­trau­ens­voll mit den ur­men­sch­li­chen Mög­lich­kei­ten, den ei­ge­nen Res­sour­cen und den Wel­ten der See­le in Kon­takt zu tre­ten.


(In­ter­view und Text: Na­di­ne Schö­ne­mann)


 

KGS Artikel (September 2016)