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KGS Artikel (September 2016)

Be­geg­ne dei­ner in­ne­ren Kraft

Frau­en be­schüt­zen Män­ner Jah­re­lang war sie in den ver­schie­dens­ten Tei­len der Welt un­ter­wegs. Sie reis­te kreuz und quer durch Afri­ka, stu­dier­te dort die Ma­gie und Re­li­gi­on der un­ter­schied­lichs­ten Pries­te­rin­nen, war lan­ge Zeit mit den Tuaregs un­ter­wegs. Da­nach war sie in In­di­en, Ne­pal, Ti­bet... stets lern­te sie von den ver­schie­de­nen Kul­tu­ren. Was sie aus­macht, wor­an sie glau­ben. Aber auch, wel­che un­ter­schied­li­chen Fähig­kei­ten sie ha­ben, wel­che Mäch­te. Und so wur­de aus Lui­sa ei­ne Frau, die nicht nur vie­le Men­schen kennt, son­dern die auch vie­le Kennt­nis­se über die Men­schen be­sitzt. Ei­ne der we­sent­li­chen Er­kennt­nis­se, die sie aus ih­ren Be­geg­nun­gen mit­ge­nom­men hat: Frau­en be­sit­zen viel­mehr Kraft als Män­ner. Män­ner wer­den von Frau­en ge­schützt, ver­tei­digt, ab­ge­schirmt. Män­ner las­sen Müt­ter, Ehe­frau­en, Ge­lieb­te, Töch­ter, Se­k­re­tä­rin­nen, As­sis­ten­tin­nen, Prak­ti­kan­tin­nen für sich die Kas­ta­ni­en aus dem Feu­er ho­len. Frau­en stel­len sich schüt­zend vor Män­ner, ver­tei­di­gen ih­re Hand­lun­gen, ar­bei­ten ih­nen zu. Doch sind wir uns die­ser Kraft auch al­le be­wusst?
Wei­se Frau­en lie­ben sich selbst Lui­sa hat auf ih­ren Rei­sen vie­le Frau­en ken­nen­ler­nen dür­fen, die sich ih­rer Stär­ke, ih­rer Macht durch­aus be­wusst sind und sie ein­set­zen – aber nicht miss­brau­chen. Oft sind es Pries­te­rin­nen, Hei­le­rin­nen, Kräu­ter­frau­en. Be­geg­net man die­sen Frau­en, wür­de man sie si­cher­lich so­fort als wei­se an­er­ken­nen. Doch was macht ei­ne wei­se Frau aus? Ei­ne wei­se Frau ist ei­ne, die sich auf den Weg macht. Um her­aus­zu­fin­den, wer sie wirk­lich ist, was sie wirk­lich will, wo sie her­kommt und wo­hin sie ge­hen möch­te. Die ih­re ei­ge­nen Feh­ler nicht an­de­ren zu­schiebt. Die es er­trägt, dass sie nicht voll­kom­men ist. Die sich al­les ver­zeiht und trotz al­lem bei sich bleibt. Sie ist ei­ne Frau, die sich selbst liebt. So ei­ne wei­se Frau kön­nen auch wir sein.
Wir ver­lie­ren Kraft und fin­den sie Was wir da­zu brau­chen, ist Kraft. Um, die in­ne­re Weis­heit zu er­ken­nen, ihr zu ver­trau­en und sie kon­se­quent zu le­ben. Wir spü­ren, wir wis­sen, dass bei­des in uns steckt: die Weis­heit und die Kraft. Doch ge­ra­de die Stär­ke trau­en sich vie­le von uns nicht zu – oder bes­ser: Sie for­dern sie nicht für sich ein. Denn die in­ne­re Kraft zu fin­den be­deu­tet, dass wir den ei­ge­nen Raum be­an­spru­chen und un­se­re En­er­gie nicht nur dafür auf­wen­den, den Er­war­tun­gen und For­de­run­gen an­de­rer ge­recht zu wer­den. Und es er­for­dert, dass wir uns selbst ehr­lich be­trach­ten. So kön­nen wir auch se­hen, wo wir Kraft ver­lie­ren und wo wir sie fin­den.
Ri­tua­le ver­bin­den uns Als Lui­sa Fran­cia be­gann, die Welt zu er­kun­den, such­te sie vor al­lem auch die Be­geg­nung mit den Ri­tua­len der Völ­ker. Ri­tua­le sind für sie das ur­al­te Mit­tel al­ler mensch­li­chen Kul­tu­ren, um die Ver­bin­dung zu den We­sen der Na­tur, zu den Ele­men­ten, zu Jah­res­zei­ten, zu Ka­ta­s­tro­phen und er­freu­li­chen Er­eig­nis­sen her­zu­s­tel­len. Und zu sich selbst. Denn da­mit ein Ri­tu­al über­haupt sei­nen Zweck er­fül­len kann, al­so in ei­ne ge­wünsch­te Rich­tung hin et­was be­wir­ken kann, muss man zu­n­ächst ein­mal wis­sen, wie die­se ge­wünsch­te Rich­tung aus­se­hen soll. Über den An­lass ei­nes Ri­tu­als nach­zu­den­ken be­deu­tet auch, über sich selbst, sei­ne Wün­sche, sei­ne Be­dürf­nis­se nach­zu­den­ken. Außer­dem sind Ri­tua­le ein wun­der­ba­rer Be­ginn für Ver­än­de­rung. „Im Ri­tu­al wird die Welt neu ge­schaf­fen“ lern­te Lui­sa einst von den Yo­ru­ba in West­afri­ka. Wenn wir et­was in un­se­rem Le­ben än­dern, un­se­re Kraft ent­de­cken und nut­zen und uns mit un­se­rer ur­al­ten Weis­heit ver­bin­den möch­ten, dann be­deu­tet das auch, dass wir et­was (oder vie­les) an un­se­rem bis­he­ri­gen Le­ben än­dern wer­den. Dass wir un­se­re En­er­gie viel­leicht mehr für uns auf­wen­den als für an­de­re. Dass wir für uns mehr Raum ein­for­dern. Dass wir be­gin­nen an uns und un­se­re Fähig­kei­ten zu glau­ben. Ei­ne be­stimm­te Hand­lung ruft ei­ne be­stimm­te Kraft – das ist die Es­senz des Ri­tu­als. Und durch un­ser ei­ge­nes Han­deln kön­nen wir zu un­se­rer ganz be­son­de­ren weib­li­chen Kraft und un­ser in­ne­ren Weis­heit fin­den. Denn was wir ru­fen, das kommt. Text: Na­di­ne Schö­ne­mann Ri­tu­al: Öff­ne dich der Ver­än­de­rung Be­gin­ne das Ri­tu­al mit ei­nem Bad in ei­nem Wild­was­ser oder in ei­ner Ba­de­wan­ne. Schön ist es, am Ba­de­wan­nen­rand Ker­zen an­zu­zün­den. Oder in der frei­en Na­tur ein Feu­er zu ma­chen und nach dem Bad an die­sem Feu­er zu sit­zen, wohl­rie­chen­de Sub­s­tan­zen ins Feu­er zu wer­fen (Har­ze, Weih­rauch, Ros­ma­rin, Sal­beiz­wei­ge...) und den Duft auf­zu­neh­men. Nun sprichst du die fol­gen­de Be­kräf­ti­gung/Af­fir­ma­ti­on laut aus: Ich bin heil und ganz. Ich kann al­les in mei­nem Le­ben neu ge­s­tal­ten. Ich bin ein ein­zig­ar­ti­ges, wun­der­ba­res We­sen. Was ich brau­che, kann ich ru­fen, was ich ru­fe, kommt.
Ri­tu­al: Du hast die Kraft Nimm dir ein Mes­ser und zie­he da­mit ei­nen schüt­zen­den Kreis, in­dem du dich um dei­ne ei­ge­ne Ach­se drehst. Für die Dau­er des Ri­tu­als sind al­le En­er­gie­sau­ger, al­le Kraft­f­res­ser ab­ge­schnit­ten von der ei­ge­nen Kraft. Jetzt be­nennst du laut Si­tua­tio­nen, die En­er­gie ent­zie­hen, die schlech­te Stim­mung ma­chen, die du selbst als aus­beu­te­risch und un­ver­schämt emp­fin­dest. Zum Bei­spiel: „Mei­ne er­wach­se­nen Kin­der er­war­ten im­mer noch von mir, dass ich für sie ko­che.“ An­schließend sprichst du laut aus, wel­che Kräf­te, wel­che Hand­lun­gen not­wen­dig sind. Et­wa: „Ich sa­ge: Ich ko­che nicht. Da­zu zu­cke ich die Schul­tern und küs­se sie.“ Dann gibt es ei­ne Be­kräf­ti­gung, die mit „So sei es!“ ab­ge­sch­los­sen wird, wie: „Ich neh­me mei­nen Raum ein und ver­fü­ge über mei­ne Zeit. So sei es!“
Lui­sa Fran­cia Lui­sa Fran­cia ist Schrift­s­tel­le­rin, Jour­na­lis­tin, Künst­le­rin und Zau­ber­kun­di­ge. Ihr Wis­sen über Ma­gie, Ri­tua­le und Scha­ma­nis­mus, wel­ches sie sich wäh­rend ih­rer vie­len Rei­sen an­eig­ne­te, gibt sie in Se­mi­na­ren, Vor­trä­gen und über Bücher an an­de­re Frau­en wei­ter. Zu­dem un­ter­rich­tet sie Yo­ga, Ima­gi­na­ti­on und Vi­sua­li­sie­rung. Im Ok­to­ber wird sich Lui­sa Fran­cia im Rah­men ei­nes Vor­trags ganz der Macht von Ri­tua­len wid­men. Sie wird dar­über be­rich­ten, war­um Ri­tua­le für uns al­le auch im täg­li­chen Le­ben ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len und wie sie uns hel­fen kön­nen, Pro­b­le­me spi­ri­tu­ell zu lö­sen. Lui­sa wird auch dar­auf ein­ge­hen, wel­che Be­deu­tung Ri­tua­le früher ein­mal für un­se­re Ge­mein­schaft hat­ten und wie un­ter­schied­lich sie sich im Lau­fe der Zeit ent­wi­ckelt oder ver­än­dert ha­ben. Lui­sa wird von Ri­tua­len er­zäh­len, die in ih­rem ei­ge­nen Le­ben wich­tig wa­ren und sind. Und sie wird von Ri­tua­len aus den ver­schie­dens­ten Kul­tu­ren be­rich­ten. Da­zu wird Lui­sa auch klei­ne Tex­te aus ei­ni­gen ih­rer Bücher vor­le­sen, sich mit den Teil­neh­mern in Ge­sprächen in­ten­siv aus­tau­schen und den Abend mit ei­nem ge­mein­sa­men Ri­tu­al be­en­den. In ih­rem an­schließen­den Se­mi­nar „Frau­en­kraft“ ver­mit­telt Lui­sa den Teil­neh­me­rin­nen dann, wie wir mit Ri­tua­len, Kör­perübun­gen, Stim­me und Ora­kel die ur­ei­ge­ne Kraft ei­ner je­den Frau ent­de­cken, er­we­cken und da­mit spie­len kön­nen. In­ten­siv setzt sie sich da­bei ge­mein­sam mit den Teil­neh­me­rin­nen mit der Kraft ei­ner je­den Frau aus­ein­an­der. Sie zeigt auf ei­ner prak­ti­schen All­tags­e­be­ne und ei­ner tief spi­ri­tu­el­len Ebe­ne, wie wir die­se die weib­li­che Stär­ke le­ben kön­nen und die da­mit ver­bun­de­ne ur­al­te Weis­heit, die in je­dem von uns schlum­mert, ent­de­cken.

(Fo­tos: Por­trät © Nym­phen­bur­ger; Abb. oben aus dem Buch Frau­en­kraft Frau­en­weis­heit von Lui­sa Fran­cia, Nym­phen­bur­ger 2014)


 

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