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Wrage Inspiration Artikel (Januar 2013)

Flüsternde Engel

Kyle Gray - Der DJ, der mit den En­geln spricht. Wo an­fan­gen bei die­sem Jun­gen von ei­nem jun­gen Mann? Bei sei­nem be­zau­bern­den schot­ti­schen Ak­zent, der so schön und ei­gen­tüm­lich klingt und in den man sich erst­mal rein­hö­ren muss, um ihn halb­wegs zu ver­ste­hen? Oder bei sei­nen Tat­toos? Da­von hat Kyle Gray nun wirk­lich ei­ne große Aus­wahl zu bie­ten, an den Ar­men, den Hän­den und selbst auf dem Fuß. Am lin­ken Ober­arm prangt sein per­sön­li­cher En­gel, der ei­ne frap­pie­ren­de Ähn­lich­keit mit US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma hat und den Gray des­halb auch ein­fach "mei­nen Oba­ma-En­gel" nennt. Er hat sich ein Bild­nis Ma­ria Mag­da­le­nas und von Erz­engel Ga­bri­el in die Haut ste­chen las­sen, auch von Ga­ne­sha, der in­di­schen Gott­heit, die Hin­der­nis­se aus dem Weg räumt. Und ei­nen Koi, der ge­gen den Strom schwimmt und der sich, wenn er an ei­nen Was­ser­fall stößt, in ei­nen Dra­chen ver­wan­delt. "Im chi­ne­si­schen Ho­ro­skop bin ich Dra­che", er­klärt Gray. "Das Tat­too ist ein Bild für spi­ri­tu­el­les Wachs­tum, das nicht im­mer ein­fach ist." Und was für ihn zählt, das liest man in zwei­mal vier Buch­sta­ben auf den obe­ren Fin­ger­knöcheln der rech­ten und der lin­ken Hand, wenn er sie ne­ben­ein­an­der hält: "On­ly Love".

Oder soll man von sei­ner Aus­bil­dung er­zäh­len und dem Be­ruf, den er dann ei­ne Zeit­lang aus­geübt hat? Kyle Gray er­lern­te nicht ge­ra­de die Art von Be­schäf­ti­gung, die man bei je­man­dem ver­mu­tet, den sie den En­gel­flüs­te­rer nen­nen. In Gree­nock, der Klein­stadt west­lich von Glas­gow, in der er auf­wuchs, be­leg­te er auf dem Col­le­ge ei­nen Kurs in "Ur­ban & Elec­tro­nic Mu­sic". Ei­gent­lich woll­te er dort Syn­the­si­zer spie­len ler­nen, aber sei­nen Ab­schluss mach­te er als DJ. "Mein Va­ter war DJ und hat mir oft ge­sagt, mach das, DJs geht's gut, die kom­men im­mer klar", er­zählt Gray. "Aber ich stand nicht so drauf. Erst als ich dann auf dem Col­le­ge Vi­nyl in die Hän­de be­kam, än­der­te sich das schlag­ar­tig." Auf den Plat­ten, die er be­vor­zugt auf­legt, fin­det sich kei­ne New-Age-Mu­sik. "Hou­se", ant­wor­tet er breit grin­send auf die Fra­ge nach sei­nen Vor­lie­ben. "Hou­se, Tech­no, ver­rück­tes Zeug. Das mag ich am liebs­ten." In­zwi­schen legt er nicht mehr zum Geld­ver­die­nen auf. "Aber zu­hau­se hab ich noch mein Equip­ment. Statt auf ei­ner Play­sta­ti­on zu spie­len, ver­trei­be ich mir die Zeit mit mei­nen Decks."

Bei al­ler ju­gend­li­chen Fri­sche und Un­mit­tel­bar­keit ist Kyle Gray auch ein sehr nach­denk­li­cher Mensch. Weil er we­der trank noch Dro­gen nahm, blieb er un­ter sei­nen DJ-Kol­le­gen bei­na­he der Ein­zel­gän­ger, der er schon als Kind ge­we­sen war. "Aber ich ha­be das Mi­lieu da sehr ge­nau ken­nen­ge­lernt, und wenn heu­te Kli­en­ten mit Al­ko­hol- oder an­de­ren Dro­gen­pro­ble­men zu mir kom­men, kann ich auf die­se Er­fah­rung zu­rück­grei­fen. Ich weiß, wie ich auf die zu­ge­hen muss und wie ich ih­nen da­bei hel­fen kann, ih­re Pro­ble­me zu über­win­den." Und er ist kein Pu­ri­ta­ner. Zum 21. Ge­burts­tag stieß er mit Sekt an, Al­ko­hol ist heu­te für ihn kein Ta­bu mehr. Wie das geht, spi­ri­tu­ell sein und doch kein Kind von Trau­rig­keit, das hat er Loui­se L. Hay ab­ge­guckt. Die trinkt auch gern mal ei­nen Co­gnac.

Mit 15 schenk­te ihm ein Freund der Fa­mi­lie ein Set mit En­gel­kar­ten. Über die­se Kar­ten konn­te er so­fort Ver­bin­dung zu den En­geln auf­neh­men und in Rea­dings Din­ge über sein Ge­genüber wahr­neh­men, die er un­mög­lich wis­sen konn­te, die sich aber als zu­tref­fend er­wie­sen. Mit 16 hat­te er schon so viel zu tun, dass sei­ne El­tern ihm rie­ten, we­ni­ger Zeit mit En­gel­rea­dings zu ver­brin­gen. Wer zu ihm kam, wa­ren näm­lich fast aus­schließ­lich Er­wach­se­ne mit ih­ren Er­wach­se­nen­pro­ble­men. "Mei­ne El­tern fan­den, dass ich Spaß ha­ben, ein nor­ma­ler Ju­gend­li­cher blei­ben und ge­sel­lig sein soll­te", er­zählt Kyle Gray. "Dafür bin ich ih­nen heu­te sehr dank­bar."

Das Jahr 2012 er­wies sich als das Jahr sei­nes Druch­bruchs. Der re­nom­mier­te US-ame­ri­ka­ni­sche Ver­lag Hay Hou­se brach­te sein ers­tes Buch auf den Markt, "The An­gel Whi­spe­rer", im Sep­tem­ber sprach er auf großen Mee­tings wie der "I Can Do It"-Kon­fe­renz in Schott­land und in Lon­don. "Mir geht es haupt­säch­lich dar­um, bei den Men­schen die Empfäng­lich­keit für En­gel­kon­tak­te zu stär­ken", sagt Gray. "Ich bin näm­lich nichts Be­son­de­res. Mit sei­nen En­geln spre­chen, das kann mit et­was Übung je­der. Man muss sie nur fra­gen. Von al­lein rüh­ren sie sich nicht." Sein zwei­tes Buch hofft Kyle Gray im Früh­jahr 2013 schrei­ben zu kön­nen.

In­zwi­schen hat er ei­ne Pra­xis in Glas­gow und ist auf Mo­na­te aus­ge­bucht, wo­bei er sich nicht zu­vie­le Rea­dings pro Tag und pro Wo­che zu­mu­tet. "Ich bin auf mei­nen Flur mit­ten un­ter An­walts­kanz­lei­en, Steu­er­be­ra­tern und Schön­heits­chir­ur­gen", lacht er. "Und wäh­rend ich früher ei­gent­lich im­mer nur Frau­en be­ra­ten ha­be, kom­men jetzt auch Fußball­ma­na­ger oder Bau­ar­bei­ter zu mir, um sich En­gel­rea­dings ge­ben zu las­sen."

Wie ernst Kyle Gray sei­ne spi­ri­tu­el­le Mis­si­on ist, lässt sich hin­ter sei­ner fröh­li­chen Er­schei­nung erst auf den zwei­ten Blick aus­ma­chen. So spricht er von ei­nem neu­en Erz­engel na­mens Ori­on, der sich bei ihm mel­det und auch bei an­de­ren Men­schen. Ori­on wir­ke am Him­mels­tor, dort, wo wir uns die Kraft ho­len, un­se­re Wün­sche in die Wirk­lich­keit zu brin­ge. "Ori­on schafft Stil­le, Raum und Ver­bin­dung zwi­schen al­lem, denn um et­was zu er­schaf­fen, be­darf es kei­ner Ab­gren­zung." Von ei­nem be­freun­de­ten Künst­ler ließ Kyle Gray sich ein Bild­nis Ori­ons nach sei­nen An­ga­ben an­fer­ti­gen. Er zeigt das Bild auf sei­nem iPho­ne - das Ge­sicht hat et­was sehr Fried­li­ches und Be­stimm­tes. Ori­on trägt den Gür­tel des Stern­bilds Ori­on, sein Herz ist aus Ster­nen ge­macht.

In vie­len Rea­dings hat Kyle Gray sich von der Exis­tenz und Wirk­sam­keit frühe­rer Le­ben über­zeu­gen kön­nen - nur bei sich selbst ist er skep­tisch. "Ich glau­be nicht, dass ich früher schon mal auf der Er­de ge­lebt ha­be", sagt er.

Kommt er vom Ori­on? "Ich glau­be je­den­falls, dass ich da mal war. Ja."

 

Quelle: Wrage Inspiration (1/2013)