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KGS Hamburg Magazin Artikel (April 2014)

Glück ist im­mer JETZT!

Wenn wir ge­dank­lich in der Ver­gan­gen­heit oder in der Zu­kunft fes­t­hän­gen, ste­hen wir un­se­rem ei­ge­nen Glück im Weg. Der ame­ri­ka­ni­sche Psy­cho­lo­ge und Le­bens­leh­rer Chuck Spez­za­no kennt das Er­folgs­re­zept glück­li­cher Men­schen: Sie le­ben in der Ge­gen­wart und da­mit in ei­nem na­tür­li­chen, gott­ge­ge­be­nen Zu­stand und im Ein­klang mit sich selbst und den uni­ver­sel­len Ge­setz­mäßig­kei­ten.


Glück­lich­sein in der Ge­gen­wart

Al­le Pro­b­le­me, die mit Schmerz zu tun ha­ben, rüh­ren aus der Ver­gan­gen­heit her. Ver­gan­ge­ner Schmerz hat im­mer per­sön­li­che und kol­lek­ti­ve Wur­zeln, aber wir sind es uns selbst schul­dig, die Ver­gan­gen­heit so­wohl auf der per­sön­li­chen als auch auf der kol­lek­ti­ven Ebe­ne zu hei­len. Es gibt al­ler­dings ei­nen schnel­le­ren Weg als den, die zahl­lo­sen Mus­ter zu hei­len, die wir al­le aus ver­gan­ge­nen Feh­lern in die Ge­gen­wart mit­ge­bracht ha­ben und die wir nun be­nut­zen, um un­ab­hän­gig und un­ver­bun­den zu blei­ben. Wenn wir in der Ge­gen­wart le­ben wür­den, dann gä­be es kei­nen Schmerz. Schmerz dient da­zu, der Ge­gen­wart aus dem Weg zu ge­hen, in­dem wir die Ver­gan­gen­heit in die Zu­kunft hin­ein­tra­gen und da­bei die Ge­gen­wart über­ge­hen.

Wir selbst ent­sch­ei­den, ob wir er­wa­chen und über die Schuld hin­aus­ge­hen wol­len, die da­her rührt, dass wir uns an die Ver­gan­gen­heit klam­mern, oder über die Angst, die da­her rührt, dass wir ver­su­chen, die Zu­kunft zu be­wäl­ti­gen, noch ehe wir über­haupt dort an­ge­kom­men sind. Wir kön­nen uns für das Glück­lich­sein ent­sch­ei­den, das die Er­fah­rung voll­kom­me­ner Ge­gen­wär­tig­keit ist. Wir kön­nen das Glück­lich­sein als Ba­ro­me­ter dafür be­nut­zen, wie sehr wir in der Ge­gen­wart le­ben. Je glück­li­cher wir sind, um­so mehr sind wir in der Ge­gen­wart. Wir kön­nen geis­ti­ge Welt­sicht er­bit­ten, um un­se­re ver­gan­ge­nen Mus­ter zu über­schrei­ten, die uns im Schmerz fest­hal­ten oder in Pro­b­le­men ste­cken­b­lei­ben las­sen. Wir kön­nen un­se­re Wahr­neh­mung los­las­sen, die von un­se­ren Glau­bens­sät­zen her­rührt und uns un­se­re Er­fah­run­gen be­schert. Was wir se­hen, ist nur ein Ab­klatsch un­se­rer Ver­gan­gen­heit. Das al­les kön­nen wir los­las­sen zu­guns­ten der Ge­dan­ken, die wir mit Gott den­ken. Das wür­de uns zu­min­dest in den Gar­ten Eden zu­rück­brin­gen. Wir kön­nen dar­um bit­ten, der Him­mel mö­ge uns die Kraft ge­ben, die Ge­gen­wart zu er­fah­ren, denn das wür­de die Welt des An­griffs, die wir se­hen, in den Gar­ten Eden ver­wan­deln. Wenn wir auf­hö­ren, un­se­re Ver­gan­gen­heit in die Ge­gen­wart hin­ein­zu­tra­gen, wer­den wir nicht nur von un­se­rem Schmerz be­freit. Wir wer­den glück­lich.

Die Quan­ten­phy­sik spricht da­von, dass wir uns für die Wirk­lich­keit, die wir er­fah­ren wol­len, ent­sch­ei­den, und zwar un­mit­tel­bar, ehe sie ge­schieht. Wie wir ent­sch­ei­den, wird durch un­se­re ver­gan­ge­nen Ent­sch­ei­dun­gen be­ein­flusst, die zu un­se­ren Glau­bens­sät­zen ge­wor­den sind und un­se­re Wahr­neh­mung be­stim­men. Statt un­se­re Glau­bens­sät­ze, die von un­se­ren Er­fah­run­gen her­rüh­ren, Schritt für Schritt los­zu­las­sen, kann uns der Sprung in ei­ne glück­li­che Ge­gen­wart ge­lin­gen, wenn wir ent­sch­los­sen sind, ge­gen­wär­tig zu sein und das Glück zu er­fah­ren, das in der Ge­gen­wart zu Hau­se ist. Das Glück­lich­sein er­war­tet uns, aber wir ha­ben größe­ren Wert auf un­se­re Aus­re­den ge­legt, um uns tren­nen und ver­s­te­cken zu kön­nen. Un­se­re Aus­re­den hal­ten die Mus­ter der Ver­gan­gen­heit am Le­ben, aber wir kön­nen sie los­las­sen, weil sie ei­ne schlech­te In­ves­ti­ti­on sind. Die Ge­gen­wart trägt al­les in sich, was wir brau­chen.

Un­se­re Mus­ter sind Teil der Ge­schich­ten, die wir für un­ser bis­he­ri­ges Le­ben hal­ten, aber wir selbst ha­ben die­se Dreh­bücher ge­schrie­ben, um ei­ne be­stimm­te Iden­ti­tät auf­zu­bau­en. Sie ent­hal­ten al­le Ver­schwö­run­gen, die wir be­nutzt ha­ben, um un­se­rer Le­bens­auf­ga­be aus dem Weg zu ge­hen und uns vor un­se­rer ei­ge­nen Größe zu ver­s­te­cken. Fast al­le Men­schen ha­ben sich für die­sen Weg ent­schie­den und ge­hen Lie­be, Gna­de und Leich­tig­keit aus dem Weg. Wir könn­ten uns je­doch auch für das Glück­lich­sein in der Ge­gen­wart ent­sch­ei­den und ei­ne ge­mein­sa­me An­stren­gung un­ter­neh­men, die Wahr­heit er­ken­nen zu wol­len. Der Him­mel wür­de uns dar­in un­ter­s­tüt­zen, weil ge­nau das auch sein Wunsch für uns ist. Nach­dem ich nun seit fast vier­zig Jah­ren zu­hö­re, wenn Men­schen mir von ih­rem Schmerz und ih­ren Schwie­rig­kei­ten be­rich­ten und mir ih­re Ge­schich­ten er­zäh­len, kann ich mit Be­stimmt­heit sa­gen, dass, wenn un­se­re Ver­gan­gen­heit nicht glück­lich ist, wir sie er­fun­den ha­ben. Sie stärkt das Ego, trägt aber nicht zu un­se­rem Glück­lich­sein bei. In die­ser gan­zen Zeit ha­be ich Men­schen ge­hol­fen, sich von die­sen Mus­tern und schmerz­haf­ten Il­lu­sio­nen zu be­frei­en, aber ich ha­be auch er­kannt, dass es nicht un­be­dingt Schritt um Schritt sein muss. Wenn du den Mut da­zu auf­bringst, kannst du auch ei­ne Trep­pe um die an­de­re neh­men. Du kannst in die Ge­gen­wart zu­rück­kom­men.

Wenn du al­le heim­li­chen Plä­ne dei­nes Egos aus­lässt, dann lö­sen sie sich auf und du siehst ei­ne Welt, die voll­kom­men an­ders ist als die, die du bis­her ge­se­hen hast. Du stellst fest, dass das Glück­lich­sein in der Ge­gen­wart ei­ne wohl­wol­len­de und lie­bens­wer­te Welt er­schaf­fen hat.


Nur das Ego lei­det


Im Lau­fe der Zeit ha­ben wir un­ser Ego auf­ge­baut, aber es ist das Ego, das Il­lu­sio­nen er­schafft, und es sind die Il­lu­sio­nen, die Schmerz er­schaf­fen. Wenn wir in die Tren­nung ge­hen, wird das, was uns in der Ver­bun­den­heit ge­ge­ben wur­de, zu dem, was wir zu brau­chen glau­ben und wo­nach wir st­re­ben. Nur das, wo­von wir glau­ben, es be­fin­de sich außer­halb von uns selbst, und nur das, wo­nach wir st­re­ben, kann be­nutzt wer­den, um uns zu ver­letz­ten. Man­gel an Ver­bun­den­heit führt zu An­haf­tung, und An­haf­tung bringt Ver­lust und Schmerz und da­nach den Groll, der den Schmerz noch ver­s­tärkt. Oh­ne Ver­bun­den­heit ver­su­chen wir, von an­de­ren Men­schen zu neh­men, oh­ne uns mit ih­nen zu ver­bin­den, und nur dann, wenn wir neh­men, kön­nen wir be­zwun­gen oder fort­ge­stoßen wer­den. Im Zu­stand der Ver­bun­den­heit gibt es nichts an­de­res als die Un­wi­der­steh­lich­keit von Ge­ben und Emp­fan­gen. In un­se­rem Schmerz ha­ben wir uns ir­gend­wann für das Ego statt für ein höhe­res Maß an Ver­bun­den­heit ent­schie­den. Wir ha­ben Un­ab­hän­gig­keit an­ge­strebt, als wä­re sie un­se­re Er­lö­sung, und da­bei die Chan­ce auf ein höhe­res Maß an Lie­be und die Mög­lich­keit, un­se­re ei­ge­nen Ga­ben in stär­ke­rem Maße zu ver­wirk­li­chen, ver­tan. Dies ist die Wur­zel all un­se­rer Ver­lus­te und trau­ma­ti­schen Er­fah­run­gen.

Wo wir die Ver­bun­den­heit ver­lo­ren ha­ben, dort ent­s­te­hen Be­dürf­nis­se, und wenn dies ge­schieht und wir uns nicht für die Hei­lung ent­sch­ei­den, dann sind wir da­von ab­hän­gig, dass an­de­re Men­schen be­stimm­te Din­ge tun oder las­sen, da­mit wir glück­lich sein kön­nen. In­fol­ge­des­sen kann es pas­sie­ren, dass wir an­fan­gen zu kon­trol­lie­ren, For­de­run­gen zu stel­len und zu ma­ni­pu­lie­ren, aber al­le die­se Din­ge füh­ren früher oder spä­ter da­zu, dass Schmerz ent­steht. Im Zu­stand der Tren­nung ent­steht Angst, und wir ha­ben das Ge­fühl, von ihr ge­fan­gen ge­hal­ten zu wer­den. In der Tren­nung er­fah­ren wir Ver­lust und Schwäche, und wir ha­ben das Ge­fühl, in ei­ne Op­fer­rol­le ge­zwun­gen zu wer­den. Hin­zu kommt, dass wir die heim­li­che Be­loh­nung für un­ser Be­mühen, ge­trennt zu sein und un­se­ren ei­ge­nen Weg zu ge­hen, vor uns selbst ver­ber­gen. Vom Mo­ment un­se­rer Empfäng­nis an ma­chen wir Er­fah­run­gen, und die­se Er­fah­run­gen sind ein Teil un­se­rer Le­bens­ge­schich­ten. Die­se Ge­schich­ten stär­ken un­ser Ego, und in sei­nem Drang nach Un­ab­hän­gig­keit stärkt das Ego die­se Ge­schich­ten, so­dass sie ge­mein­sam an der Il­lu­si­on ar­bei­ten. Die­se Ge­schich­ten ver­lei­hen uns ei­ne Iden­ti­tät, aber die­se Iden­ti­tät sorgt dafür, dass wir uns nicht wei­ter­ent­wi­ckeln. Sie schnei­det uns ab von uns selbst, von der Macht un­se­res Geis­tes und von der Gna­de un­se­rer geis­ti­gen We­sens­na­tur, al­so von ge­nau den Din­gen, die uns aus un­se­rem Schmerz und un­se­ren Pro­b­le­men er­lö­sen kön­nen.

Mit mei­ner mehr als vier­zig­jäh­ri­gen Er­fah­rung kann ich dir sa­gen, dass dei­ne Ge­schich­ten nicht die Wahr­heit sind. Die Wahr­heit ent­hält we­der Schmerz noch Dun­kel­heit in ir­gend­ei­ner Form. Wenn dei­ne Ge­schich­ten von Auf­op­fe­rung und Schmerz han­deln, dann hast du dich selbst dafür ent­schie­den. Gott ist die höchs­te Wahr­heit, und we­der im höchs­ten Licht noch in der höchs­ten Lie­be oder in Gott ist Raum für Il­lu­si­on. Die Ge­schich­ten un­se­res Egos be­s­te­hen aus An­griff­s­plä­nen, In­ves­ti­tio­nen in Schwäche und dem Ge­fühl, Op­fer zu sein, das ganz ein­fach ei­ne an­de­re Form von An­griff ist. Un­se­re Ge­schich­ten sind von Miss­ver­s­tänd­nis­sen und Selbst­täu­schun­gen er­füllt, aber ge­nau dar­aus be­steht ja die Tren­nung des Egos.

Wir sind das Licht­teil­chen, das vor­gibt, nicht die Licht­wel­le zu sein. Wir sind der Trop­fen, der vor­gibt, vom Oze­an ge­trennt zu sein. Angst hält uns in der Tren­nung fest, aber Ver­ge­bung heilt Angst und Tren­nung. Die Il­lu­si­on los­zu­las­sen heilt Angst, Ver­bun­den­heit heilt Angst.

St­re­be nach der Ein­heit, die zur Ver­ei­ni­gung führt, die zum Eins­sein führt, aber wis­se, dass du dich be­reits im Eins­sein be­fin­dest. Du bist be­reits die Wel­le, bist be­reits der Oze­an, und es zu wis­sen heißt, frei von Schmerz zu sein. St­re­be al­so nach dem, was du fin­den wirst, aber wis­se, dass du es im­mer be­reits in dir trägst.

Chuck Spez­za­no­


(Ab­druck mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Via No­va Ver­la­ges aus dem Buch Die in­ne­ren Heil­kräf­te er­we­cken von Chuck Spez­za­no, 2013, geb., 252 Sei­ten, 19,95 Eu­ro)

 

Quelle: KGS Hamburg Magazin (04/2014)