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INSPIRATION FÜR KÖRPER, GEIST UND SEELE                
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KGS Hamburg Magazin Artikel (Mrz 2010)

Wie tanzt das Herz?

Heart­beat heißt der Kreis im Me­di­zin­rad der 5Rhyth­men, in dem es um die Ge­füh­le geht. Angst, Wut, Trau­er, Freu­de, Mit­ge­fühl: ein gan­zes Men­schen­le­ben vol­ler grund­le­gen­der Ge­füh­le, die wir fort­wäh­rend durch­le­ben - in un­ter­schied­li­chen An­tei­len. Man­che lie­gen uns, an­de­re stö­ren uns. Vor man­chen lau­fen wir da­von, an­de­re er­seh­nen wir. Man­che un­ter­drü­cken wir, in an­de­ren ver­lie­ren wir uns. Wie fin­det all das Aus­druck im Kör­per? Im Work­shop mit Tom Schulz sind fort­ge­schrit­te­ne Wa­ves-Tän­zer ein­ge­la­den, die Kraft und In­spi­ra­ti­on der 5Rhyth­men zur Hei­lung un­se­rer emo­tio­na­len Welt in ih­ren gan­zen Fül­le zu er­fah­ren.

Das Herz lacht im Lei­be - wenn man Pech hat, dann zer­springt es dort auch. Das Herz kann sin­gen und ver­s­tum­men. Kann es auch tan­zen? "Die Fra­ge ist nicht rhe­to­risch ge­meint. Ich bin wirk­lich sel­ber neu­gie­rig, wie das Herz tanzt", sagt der 5Rhyth­men-Leh­rer Tom Schulz. Seit fünf Jah­ren un­ter­rich­tet er in Ham­burg re­gel­mäßig die 5Rhyth­men, ei­ne mo­der­ne Me­di­ta­ti­ons­form in Be­we­gung, die in den 60er-Jah­ren von der Ame­ri­ka­ne­rin Ga­bri­el­le Roth in die Welt ge­bracht wur­de und die sie seit­her be­s­tän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Im Ja­nu­ar hat Tom Schulz ei­ne Wei­ter­bil­dung bei Ga­bri­el­le Roth in den USA zum Heart­beat-Leh­rer ab­ge­sch­los­sen. "So schnell da­nach ei­nen Heart­beat-Work­shop un­ter­rich­ten zu wol­len war viel­leicht ein biss­chen leicht­sin­nig", ge­steht er. "Aber ich fin­de die­ses Ter­rain der Ge­füh­le und wie sie sich im Kör­per aus­drü­cken sehr span­nend. Viel­leicht, weil ich von mei­nem Na­tu­rell als Kopf­mensch her sel­ber ei­nen wei­ten Weg zu­rück­ge­legt ha­be, um über den Kör­per zu mei­nen Ge­füh­len zu fin­den."

Ers­ter Herz­schlag, letz­ter Herz­schlag: Da­zwi­schen ist Le­ben. Der Herz­schlag be­stimmt sei­nen Rhyth­mus, sei­ne Tie­fe, das Maß sei­ner Er­fül­lung. "In den 5Rhyth­men bil­det Heart­beat (das eng­li­sche Wort für Herz­schlag) den zwei­ten Kreis des Me­di­zin­rads", sagt Tom Schulz, der auch Ga­bri­el­le Roths drei Bücher ins Deut­sche über­setzt hat. "Wa­ves ist der ers­te Kreis. Es gibt noch drei wei­te­re - Cy­cles, Mir­rors und Sil­ver De­sert. Al­le zu­sam­men ent­sp­re­chen den 5Rhyth­men Flo­wing, Stac­ca­to, Cha­os, Ly­ri­cal und Still­ness." Die bil­den wie­der­um ei­ne Ana­lo­gie zu Kör­per, Herz, Ver­stand, See­le und Geist.

In den 5Rhyth­men reicht das Herz weit über den Raum hin­aus, den das in un­se­rer Brust schla­gen­de phy­si­sche Herz be­an­sprucht. Es be­her­bergt die In­nen­welt von der Brust bis zu den Ge­schlechts­or­ga­nen: "Den Raum, in dem un­se­re Ge­füh­le zir­ku­lie­ren. Oder in dem wir ih­nen zu­we­nig Aus­lauf zum Zir­ku­lie­ren bie­ten", sagt Tom. Ei­ner der wich­tigs­ten An­sät­ze zur Hei­lung durch die Be­we­gung in den 5Rhyth­men be­s­te­he dar­in, (wie­der) Frei­raum für die Ge­füh­le zu schaf­fen. Platz für au­t­hen­ti­schen Selbst­aus­druck. "Was füh­le ich ei­gent­lich? Was ist das über­haupt: Füh­len? Den­ke ich bloß, dass ich füh­le? Der si­chers­te In­di­ka­tor, dass ich wirk­lich (et­was) füh­le, ist der Kör­per. Bei den 5Rhyth­men er­fah­ren wir uns tan­zend über den Kör­per als füh­len­de, le­ben­di­ge We­sen. Im Heart­beat-Work­shop geht es dar­um, die­se Le­ben­dig­keit zu fei­ern und zu ge­nießen und dar­über hin­aus zu er­kun­den, wo und wie die­se Ge­füh­le im Kör­per zum Aus­druck kom­men."

For­schungs­ge­gen­stand sind die rei­nen Emo­tio­nen Angst, Wut, Trau­er, Freu­de, Mit­ge­fühl. "Die­se Ge­füh­le gehö­ren zum Grun­din­ven­tar des Men­schen, auch dann, wenn in un­se­rem Wer­de­gang viel­leicht be­stimm­te Ge­füh­le ge­för­dert wur­den, wäh­rend der Aus­druck an­de­rer ne­ga­ti­ve Fol­gen für uns hat­te. Ich kann da­von ein Lied sin­gen. Um­so größer ist das Po­ten­ti­al zur Hei­lung, wenn wir uns das zu­rück­ho­len und zu ei­gen ma­chen, was wir nicht zei­gen durf­ten." Die Kunst be­s­te­he dar­in, Ge­füh­le zu­zu­las­sen, sie raus­zu­las­sen und dann auch ge­hen zu las­sen: "Let them in, let them out, let them go, sagt Ga­bri­el­le ger­ne", er­zählt Tom. Man­che Men­schen sei­en gut dar­in, sich Ge­füh­le rein­zu­zie­hen. "Sie kön­nen sie auch raus­las­sen, hän­gen ih­nen aber lan­ge nach. An­de­re las­sen Ge­füh­le rein, aber nicht mehr raus. Wie­der an­de­re weh­ren Ge­füh­le nach Kräf­ten ab."

Heart­beat sei ei­ne per­sön­li­che und ei­ne über­per­sön­li­che Er­fah­rung zu­gleich. Es gin­ge da­bei nicht so sehr um "das Wüh­len in der ei­ge­nen emo­tio­na­len Ge­schich­te" mit all ih­ren mög­li­chen De­fi­zi­ten und Be­schä­di­gun­gen, son­dern viel­mehr dar­um, den Geist der fünf Emo­tio­nen zu er­for­schen, die Es­senz, und ihr im Kör­per Aus­druck zu ge­ben. "Wir er­wei­tern un­ser Re­per­toire an Selbst­aus­druck im Le­ben", sagt Tom, "weil wir un­se­rer emo­tio­na­len Welt tie­fer auf den Grund ge­hen. Und ne­ben­bei er­wei­tern wir un­ser Re­per­toire im Tanz." Wenn das kein Ver­sp­re­chen ist.

 

Quelle: KGS Hamburg Magazin (3/2010)