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KGS Hamburg Magazin Artikel (Mai 2015)

Die Spie­gel der See­le

Be­zie­hun­gen zu an­de­ren Men­schen kön­nen uns an un­se­re Gren­zen brin­gen, wenn wir uns un­ver­s­tan­den, ver­letzt, nicht ge­se­hen, nicht ge­liebt füh­len. Aber un­ser Ge­genüber ist im­mer ein Spie­gel un­se­rer selbst. Durch die an­de­re Per­son er­fah­ren wir et­was über uns, un­se­re Stär­ken und Schwächen, un­se­re ver­dräng­ten Per­sön­lich­keits­an­tei­le und letzt­end­lich über un­ser un­end­li­ches Lie­bes­po­ten­zi­al. Der ame­ri­ka­ni­sche Psy­cho­lo­ge Chuck Spez­za­no ar­bei­tet seit Jahr­zehn­ten auf der Ba­sis die­ser Er­kennt­nis­se.Er weiß: Frie­den und Hei­lung in uns ent­s­te­hen aus dem Ver­s­tänd­nis und aus der Ver­ge­bung her­aus, die wir in ers­ter Li­nie uns selbst ent­ge­gen­brin­gen müs­sen. Ge­mein­sam mit sei­ner Frau Len­cy hat Chuck Spez­za­no die Psy­cho­lo­gy of Vi­si­on ent­wi­ckelt.

Die Men­schen, die dir na­he­s­te­hen, spie­geln dich wi­der. Sie zei­gen dir so­wohl dei­ne un­ter­be­wuss­ten Selbst­kon­zep­te als auch die der See­le­ne­be­ne auf. Den­noch exis­tiert noch die Tren­nung. Es gibt Ebe­nen des Ur­tei­lens und As­pek­te des Grolls und des Schmer­zes zwi­schen dir und ih­nen, zwi­schen dei­ner Be­wusst­heit und die­sem Teil dei­nes Geis­tes. Selbst bei dem Men­schen, der dir am nächs­ten ist, exis­tiert die­se Dua­lität so lan­ge, bis du ihn an­schau­en und den Chris­tus se­hen kannst. Die Tren­nung im Außen und der Bruch in dei­nem Be­wusst­sein exis­tie­ren so lan­ge, wie du die­sen Men­schen nicht an­se­hen und nur noch Licht er­b­li­cken kannst. Er zeigt dir dich selbst, und wenn du Pro­b­le­me mit ihm hast, zeigt dir dies dein Selbst­kon­zept, das du mit dir her­um­schleppst wie ein Zent­ner­ge­wicht.

Die Men­schen, die dir am nächs­ten ste­hen, sind nicht zu­fäl­lig da, son­dern Teil dei­nes Plans. Dei­ne Nächs­ten - Part­ner, Kin­der, El­tern, Ver­wand­te, Freun­de, Kol­le­gen, Groß­el­tern oder En­kel­kin­der - zei­gen dir die al­ten Selbst­kon­zep­te oder See­len­an­tei­le, die zu­sam­men­zu­fü­gen und zu in­te­grie­ren du ge­kom­men bist. Wäh­rend du dies tust, wer­den die Be­zie­hun­gen en­ger, Pro­b­le­me fal­len ein­fach weg, Ge­schen­ke wer­den emp­fan­gen und mit­ein­an­der ge­teilt. Und dann ent­deckst du ei­nes Ta­ges, dass ihr ge­gen­s­ei­tig die Ga­ben des an­de­ren auf­weist, wäh­rend wei­te­re zum Vor­schein kom­men.

Dar­um geht es im Le­ben. Dies ist es, was heilt und dem Le­ben Sinn ver­leiht. Ver­bin­den, tei­len, ver­ge­ben, die Hand aus­st­re­cken und an­de­re ein­la­den sind Ak­te der Lie­be, die uns ein­an­der näher­brin­gen. Das neu­tra­li­siert den Schmerz un­gelös­ter Pro­b­le­me, die in je­der Be­zie­hung zum Vor­schein kom­men. Dein höhe­res Be­wusst­sein nutzt al­les, was auf­taucht, zur Hei­lung, um euch im Rah­men größe­rer Ganz­heit näher zu­sam­men­zu­brin­gen. Das Ego nutzt al­les, was auf­taucht, um ei­nen noch größe­ren Bruch und noch mehr Tren­nung zu er­zeu­gen, da­mit es sich wei­ter auf­bau­en kann. Als Kon­se­quenz von noch mehr Tren­nung wer­den wir noch ängst­li­cher, füh­len uns noch schul­di­ger und de­fen­si­ver und ur­tei­len noch mehr. Es bleibt uns über­las­sen, wel­chem Teil des Be­wusst­seins wir mehr Gehör schen­ken wol­len.

Wenn et­was hoch­kommt und wir uns nicht da­mit aus­ein­an­der­set­zen, schiebt uns der an­ge­sam­mel­te Müll im­mer wei­ter von dem be­tref­fen­den Men­schen weg. Selbst wenn nichts Neu­es auf­taucht, mit dem wir uns aus­ein­an­der­set­zen soll­ten, wür­dest du, wenn du dich nicht mit ihm von Herz zu Herz und von Be­wusst­sein zu Be­wusst­sein ver­bin­den möch­test, ent­de­cken, dass es ei­nen rich­ti­gen Rück­stau al­ter Emo­tio­nen gibt, die ziem­lich in­ten­siv sein kön­nen, wenn du dir ge­s­tat­ten wür­dest, sie zu füh­len.

Aber wenn du die Lie­be und dei­nen Part­ner mehr wür­digst und schätzt, gibt dir das den Mut, durch die­se Emo­tio­nen hin­durch­zu­ge­hen, bis du zu ihm ge­fun­den hast. Du wirst an­hand des Aus­maßes der Freu­de, die du er­lebst, wis­sen, wenn du dies er­reicht hast. Wenn du Freu­de spürst, die im­mer an­zu­hal­ten scheint, hast du die Stu­fe des Wun­ders er­reicht. Wenn du sie nur kurz ver­spürst, ist das Ge­fühl ver­mut­lich nur ge­ra­de durch ein Cha­kra hin­durch­ge­kom­men - was be­deu­tet, dass es noch nicht voll­s­tän­dig ist. Aber selbst dann be­fin­dest du dich in Be­zug auf die­se The­ma­tik auf ei­ner höhe­ren Ebe­ne mit dei­nem Part­ner und der Welt.

Wenn du je­man­den, mit dem du ein Pro­blem hast, seg­nest oder ihm ver­gibst, dann seg­nest du dich selbst und ver­gibst dir selbst dafür, dass du die­se Si­tua­ti­on irr­tüm­li­cher­wei­se er­schaf­fen hast. Seg­ne und ver­gib dei­nen Glau­bens­sät­zen, die da­zu ge­führt ha­ben, dass du die be­tref­fen­de Per­son auf die­se Wei­se er­lebt hast. In­dem du so han­delst, wirst du ei­ne Schicht der Il­lu­si­on von dei­ner Wahr­neh­mung ent­fernt ha­ben.

Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit be­steht dar­in, den be­tref­fen­den Men­schen und die Si­tua­ti­on an­zu­schau­en und dich für Frie­den zu ent­sch­ei­den. "Ich könn­te statt­des­sen Frie­den se­hen." Wie­der­ho­le die­sen Satz oft ge­nug und du wirst den Frie­den wie­der­er­lan­gen und Schicht um Schicht die Il­lu­si­on auf­lö­sen. Zu­erst wirst du auf die­sem Weg wahr­schein­lich tie­fe­re Schich­ten des Schmer­zes und der Dun­kel­heit auf­de­cken, weil du ent­we­der ei­ne Emo­ti­on auf­deckst, die du ins Un­ter­be­wusst­sein ver­drängt hast, oder weil du auf ei­nen noch tie­fe­ren Schmerz im Un­be­wuss­ten ge­stoßen bist. Aber die be­tref­fen­den Schich­ten in die­sen Be­rei­chen wer­den sich zum Bes­se­ren ge­wan­delt ha­ben.

Du könn­test dich auch auf die Wahr­heit be­ru­fen, denn dies ist nicht, was Gott für dich will. Es ist auch nicht dein wah­rer Wil­le. "Die Wahr­heit wird al­le Irr­tü­mer in mei­nem Geist be­rich­ti­gen." Die­se bei­den Heil­prin­zi­pi­en stam­men aus Ein Kurs in Wun­dern. Stell dir vor, je­ne Men­schen, mit de­nen du täg­lich in Kon­takt bist, zu seg­nen und ih­nen zu ver­ge­ben. Stell dir vor, je­man­dem zu ver­ge­ben, bis du ei­nen Zu­stand rei­ner Freu­de er­reicht hast, oder ihm ge­genüber Dank­bar­keit zu emp­fin­den - ent­we­der für das Ge­schenk, das er dir ge­macht hat, oder dafür, dass er dir ge­zeigt hat, was in dir ge­heilt wer­den muss. Selbst die kleins­te Ir­ri­ta­ti­on kann dich da­zu brin­gen, größe­re Mus­ter der Selbst­zer­s­tö­rung im per­sön­li­chen wie kol­lek­ti­ven Un­be­wuss­ten zu hei­len.

Schau je­den Tag in den Spie­gel der Welt. Wer braucht Hil­fe? Sen­de ihm Lie­be. Wer nervt dich? Seg­ne ihn, statt ihn zu ver­ur­tei­len, da­mit du nicht in ne­ga­ti­ven Ge­füh­len ste­cken bleibst. Er braucht dei­ne Hil­fe und kann sich nicht bes­sern, so­lan­ge die­ses Be­dürf­nis nicht er­füllt ist. Du kannst ihm hel­fen. Auf wen bist du wü­tend oder wer hat dich ver­letzt? Von wem hast du dich dis­tan­ziert? Ver­gib den Be­tref­fen­den, bis du in Frie­den bist, und sie sich in et­was voll­kom­men Neu­es und Schö­nes ver­wan­delt ha­ben.

Dein Part­ner bist du. Er spie­gelt dich. Nut­ze die­ses Prin­zip, um die Welt und dein Le­ben in glück­li­chen Um­s­tän­den zu­sam­men­zu­fü­gen. Je mehr sie durch Ver­ge­bung und Joi­ning (sich ver­bin­den) zu­sam­men­kom­men, des­to mehr fügt sich auch dein Be­wusst­sein in Selbst­ver­trau­en, Un­schuld und Selbst­lie­be zu­sam­men. Die Fol­ge da­von sind mehr Er­folg und Lie­be in dei­nem Le­ben.


Ab­druck mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des In­te­gral Ver­la­ges aus dem Buch Die Spie­gel dei­ner See­le von Chuck Spez­za­nobr., 296 Sei­ten, 16,99 Eu­ro)

 

Quelle: KGS Hamburg Magazin (05/2015)