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KGS Hamburg Magazin Artikel (August 2013)

Lass Lie­be dei­nen Kom­pass sein

Der Schot­te Kyle Gray wur­de beim dies­jäh­ri­gen 8. En­gel­kon­gress in Salz­burg als „das mit Ab­stand cools­te männ­li­che En­gel­me­di­um“ an­ge­kün­digt. Er ist Mit­te 20, trägt je­de Men­ge Tat­toos und ist in sei­nem frühe­ren Le­ben un­ter an­de­rem lan­ge DJ ge­we­sen, al­les Din­ge, die man bis­her nicht auf An­hieb mit ei­nem En­gel­me­di­um as­so­zi­ier­te. Aber an­de­re Zei­ten, an­de­re En­gel­me­di­en und auch an­de­re tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten.

So konn­te Kyle Gray beim En­gel­kon­gress über das In­ter­net via Sky­pe zu­ge­schal­tet wer­den, nach­dem der Lon­do­ner Flug­ha­fen He­a­throw we­gen ei­nes not­ge­lan­de­ten Air­bus über­ra­schend ge­sperrt wer­den muss­te und für den „En­gel­flüs­te­rer“ kei­ne Aus­sicht be­stand, noch recht­zei­tig zum Kon­gress in Salz­burg an­zu­kom­men. Un­ter die­sen ganz an­de­ren und er­schwer­ten Be­din­gun­gen ka­men die Zu­hö­rer den­noch in den Ge­nuss ei­nes an­re­gen­den, un­ter­halt­sa­men ein­ein­halb­s­tün­di­gen Vor­tra­ges, den wir hier in Aus­zü­gen wie­der­ge­ben. Kyle Gray wird als Re­fe­rent bei der „I Can Do It!“-Kon­fe­renz im Ok­to­ber in Ham­burg und Salz­burg zu Gast sein.


Hal­lo, ei­nen schö­nen Nach­mit­tag euch al­len! Vie­len Dank, dass ihr al­le so ge­dul­dig seid – es tut mir wahn­sin­nig leid, dass ich nicht per­sön­lich da sein kann. Viel­leicht habt ihr es ja in den Nach­rich­ten gehört ... ich ha­be ges­tern zwölf Stun­den am Flug­ha­fen He­a­throw zu­ge­bracht und ver­sucht nach Salz­burg zu kom­men. Nor­ma­ler­wei­se stresst mich nichts so leicht, aber da war ich sehr nah dran! Ich ha­be schon fast mei­ne Yo­ga­mat­te aus­ge­packt!

Die Zu­schal­tung über Sky­pe ist jetzt die bes­te Mög­lich­keit und ich freue mich, dass ich heu­te doch noch zu euch über die En­gel sp­re­chen kann.

Zu­erst möch­te ich gern et­was dar­über er­zäh­len, wie ich die En­gel ent­deckt ha­be. Und dann kön­nen wir ein biss­chen dar­an ar­bei­ten, wie ihr eu­re Ver­bin­dung mit den En­geln selbst ver­s­tär­ken könnt.

Ich ha­be die En­gel ent­deckt, als ich sehr, sehr jung war. Mei­ne Groß­mut­ter müt­ter­li­cher­seits hat bei uns in Glas­gow ge­wohnt. Lei­der be­kam sie Krebs und muss­te im Roll­stuhl sit­zen. Und in der glei­chen Zeit hat mich ein Vi­rus er­wischt, Guil­lain-Bar­ré, und so war auch ich gelähmt, von den Schul­tern ab­wärts, und saß im Roll­stuhl.

Um es mei­ner Mut­ter, die sich ja um uns bei­de küm­mern muss­te, ein biss­chen leich­ter zu ma­chen, ha­be ich mir mit mei­ner Groß­mut­ter den Roll­stuhl ge­teilt.  Ich ha­be auf ih­rem Schoß ge­ses­sen, wir hat­ten ei­ne De­cke über un­se­ren Bei­nen und sind zu­sam­men durch die Ge­gend ge­rollt. Und ob­wohl ich krank war, war ich sehr glück­lich! Wir ha­ben uns auf ei­ner See­le­ne­be­ne ver­bun­den und sie war wirk­lich der bes­te Mensch, dem ich je­mals be­geg­net bin. Sie nann­te mich im­mer ih­ren blauäu­gi­gen Jun­gen und das hat mir to­tal ge­fal­len. Lei­der ging es dann mit ih­rer Ge­sund­heit berg­ab, aber mir ging es zu­neh­mend bes­ser.

Ich weiß noch, wie sie ei­nes Ta­ges ins Kran­ken­haus ge­bracht wur­de. Ei­ne Freun­din der Fa­mi­lie hat auf mich auf­ge­passt und mei­ne El­tern ha­ben so viel Zeit wie mög­lich bei mei­ner Groß­mut­ter im Kran­ken­haus ver­bracht.

An dem Abend bin ich ganz nor­mal ins Bett ge­gan­gen und ha­be gar nicht so sehr an die gan­ze Si­tua­ti­on ge­d­acht. Ich er­in­ne­re mich, dass ich am frühen Mor­gen ge­gen vier Uhr auf­ge­wacht bin, und mei­ne Na­na saß am Fußen­de mei­nes Bet­tes. Sie hat dann et­was ge­tan, was ich bis heu­te sehr ger­ne mag – sie hat mich am Rü­cken ge­kit­zelt. Und ich weiß noch, dass ich mich sehr ge­liebt fühl­te. Ich bin dann wie­der ein­ge­sch­la­fen und wuss­te, mei­ne Groß­mut­ter ist da und strei­chelt mei­nen Rü­cken.

Am nächs­ten Mor­gen bin ich auf­ge­wacht, als mei­ne Mut­ter die Vor­hän­ge auf­zog. Es war drei Ta­ge, be­vor ich in die Vor­schu­le ge­hen soll­te – ich war da­mals vier –, und ich sag­te zu mei­ner Mut­ter, dass ich es toll fand, dass Na­na nach Hau­se ge­kom­men war. Sie sag­te nicht viel da­zu, son­dern hat mich auf­ge­for­dert, mich fer­tig zu ma­chen. Als ich auf­ge­s­tan­den war und mei­ne Groß­mut­ter in ih­rem Zim­mer ge­sucht ha­be, war sie nicht da. Und dann hat man mir ge­sagt, dass sie in der ver­gan­ge­nen Nacht um vier Uhr mor­gens ge­s­tor­ben war.

Ich glau­be, dass mei­ne Groß­mut­ter we­gen un­se­rer star­ken Ver­bin­dung auf der See­le­ne­be­ne ein­fach noch mal kom­men und mich be­su­chen muss­te.

Ab die­sem Zeit­punkt schien es, als ob mei­ne Sen­si­bi­lität sich ver­s­tär­ken wür­de. Wenn ich zum Bei­spiel in ei­nen Raum kam, in dem die Men­schen glück­lich wa­ren, wur­de ich to­tal über­dreht. Und wenn es Men­schen nicht gut ging, fühl­te auch ich mich sehr le­t­har­gisch. Mei­ne Fa­mi­lie und mei­ne Freun­de ver­s­tan­den ein­fach nicht, war­um ich so ein Sen­si­bel­chen war. Mei­ne Mut­ter ging so­gar mit mir zum Arzt. Sie sag­te ihm, dass ihr Sohn so sen­si­bel sei und je­des Mal, wenn et­was Gu­tes pas­sier­te, völ­lig über­dreht war. Und der bö­se Arzt (lacht) ent­schied: kei­nen Zu­cker mehr und kei­ne koh­len­säu­re­hal­ti­gen Ge­trän­ke – al­so, all das, was mir schmeck­te. Denn an­sons­ten, droh­te er, wür­de es mir noch schlech­ter ge­hen.

Wenn ich in die­ser Zeit Men­schen be­geg­ne­te, konn­te ich Din­ge er­ah­nen oder er­spü­ren, die man nicht so rich­tig er­klä­ren konn­te. Ich hat­te manch­mal wahn­sin­ni­ge Kopf­sch­mer­zen, die aus dem Nichts auf­tauch­ten und mich ver­folg­ten.

Im Rück­blick ist mir klar, dass ich mich da­mals die­ser En­er­gie ge­genüber ein­fach geöff­net ha­be. Das ging vie­le Jah­re so, bis ich Teen­a­ger war. Ich ha­be mei­nen El­tern im­mer von den Leu­ten er­zählt, die mir nachts beim Schla­fen zu­schau­ten, aber das wur­de ein­fach un­ter den Tep­pich ge­kehrt. Ich woll­te sein wie al­le an­de­ren.

Als ich 14 war, gab es die­se Vam­pir-Se­rie im Fern­se­hen. Da wur­den all die­se Men­schen ge­zeigt mit selt­sa­men, aber wun­der­ba­ren Ga­ben. Und ich wuss­te ge­nau, das sind mei­ne Leu­te! Ich in Lä­den ge­gan­gen, wo Kris­tal­le und an­de­re spi­ri­tu­el­len Din­ge ver­kauft wur­den. Von mei­nen El­tern be­kam ich je­de Wo­che Ta­schen­geld, da­mit ich mir Kris­tal­le kau­fen konn­te, und bald hat­te ich ei­ne an­sehn­li­che Samm­lung.

Ei­nes Ta­ges sag­te Ro­bert, dem der La­den gehör­te, zu mir: Kyle, weißt du ei­gent­lich, was die­se Stei­ne kön­nen? Und ich sag­te: Na­ja, die sind selt­sam, oder? Und er sag­te: Die kön­nen Leu­te hei­len! Ich sag­te: Echt?? Er gab mir ein Buch und sag­te: Lies das und sag’ mir, was du da­von hältst. Und sehr schnell ha­be ich be­gon­nen, mei­ne Mut­ter von ih­ren mor­gend­li­chen Ka­tern zu hei­len.  So wur­de ich ei­ne Art Quack­sal­ber. Ich ha­be zum Bei­spiel je­man­den mit den Stei­nen ein­ge­rie­ben und al­les wur­de wie­der gut.

Und dann pas­sier­te et­was Ma­gi­sches. Ei­ne Freun­din der Fa­mi­lie war Rei­ki­prak­ti­zie­ren­de. Sie hat mir zum Ge­burts­tag ein Set En­gel­kar­ten ge­schenkt. Es war, als ob in mei­nem Kopf ein Licht an­ge­schal­tet wür­de. Ganz schnell ha­be ich ge­lernt, die­se Kar­ten zu be­nut­zen. Das sind die glei­chen Kar­ten, die ich auch heu­te noch ver­wen­de. Die In­ter­p­re­ta­tio­nen ha­be ich aus dem Hand­buch ge­lernt und bei je­der Ge­le­gen­heit den Leu­ten die Kar­ten ge­legt. Auch in der Schu­le ha­be ich in der Mit­tags­pau­se mei­nen klei­nen Stand auf­ge­baut und die Mit­schü­ler ka­men, um sich die Kar­ten le­gen zu las­sen. Aber war das zu dem Zeit­punkt ganz tri­vi­al und nur zum Spaß.

Aber ei­nes Ta­ges hat uns Mar­ga­ret, die Freun­din mei­ner Mut­ter, zum Gril­len ein­ge­la­den und ich ha­be die En­gel­kar­ten mit­ge­nom­men. Dort ha­be ich dann mei­ne Di­ens­te al­len an­ge­bo­ten, ob­wohl ich kei­nen Men­schen kann­te. Ich fand das to­tal span­nend und woll­te die­ses neue Ta­lent ein­fach ü­ben. Ich ha­be bei der Par­ty al­so Rea­dings ge­macht, und das lief ganz gut. Und dann wa­ren da zwei Män­ner, die un­be­dingt woll­ten, dass ich die Kar­ten für sie le­ge. Der ei­ne fand das Rea­ding ziem­lich gut. Der zwei­te war skep­tisch. Aber ich ha­be es trotz­dem pro­biert. Ich ha­be ihn ge­be­ten, sei­ne Hand auf die Kar­ten zu le­gen und die Au­gen zu schließen, und ich ha­be das glei­che ge­tan. Dann sag­te ich: „Vie­len Dank, En­gel, dass ihr die­sem Mann das sagt, was er wis­sen muss.“ Und plötz­lich hör­te ich Mu­sik in mei­nem Kopf. Es war der Song „Sur­vi­vor“ von der Grup­pe De­s­ti­ny’s Child. In die­sem Lied heißt es im­mer wie­der „I’m a sur­vi­vor“ – „Ich bin ein Über­le­ben­der“. Ich öff­ne­te mei­ne Au­gen und sah ein gol­de­nes Licht, das über die­sen Mann hin­weg­feg­te. Hin­ter ihm stand ein et­was ver­län­ger­ter Mensch mit fast schwar­zen Au­gen. Mein Herz war of­fen für die­se Lie­be, die die­se En­er­gie aus­strahl­te. Und plötz­lich hör­te ich ei­ne  Stim­me, die sag­te: „Sa­ge die­sem Mann, er ist ein Über­le­ben­der.“ Ich schau­te ihn an, oh­ne je­de Spur von Di­plo­ma­tie, und sag­te: „Ich kann hier ei­nen En­gel se­hen und der möch­te, dass Sie wis­sen, dass Sie ein Über­le­ben­der sind.“ Der Mann schau­te mich an, als sei ich völ­lig ver­rückt ge­wor­den. Aber ich be­stand dar­auf, ihm die­se wich­ti­ge Bot­schaft zu über­brin­gen. Ich sag­te ihm noch mal, dass er ein Über­le­ben­der und aus ei­nem ganz be­stimm­ten Grund auf der Er­de sei. Und dass die­ser En­gel ihn am Le­ben er­hielt. Der Mann stand ganz ab­rupt auf, schob mei­ne Kar­ten zu­sam­men und sag­te: „Ich ha­be ge­nug.“ Und ich sag­te: „Es tut mir leid, aber ich kann Ih­nen nur sa­gen, was ich se­he.“  In­ner­halb von fünf Mi­nu­ten war der Mann von der Par­ty ver­schwun­den. Aber spä­ter ha­ben wir von der Gast­ge­be­rin er­fah­ren, dass die­ser Mann be­reits vie­le Ma­le ver­sucht hat­te, sich das Le­ben zu neh­men. Und es war so, als ob ei­ne un­sicht­ba­re Prä­senz ihn im­mer wie­der ge­ret­tet hät­te. Ge­nau das hat­ten ihm die En­gel mit­ge­teilt. Ab die­sem Mo­ment ver­än­der­te er sein Le­ben kom­plett und be­schloss, ihm ei­nen Sinn zu ge­ben.

Und auch mein Le­ben hat sich in die­sem Mo­ment ver­än­dert. Auch ich hat­te mei­nen Le­bens­zweck ge­fun­den.

Ich bet­tel­te mei­ne Mut­ter an, mich zu ei­ner spi­ri­tis­ti­schen Kir­che zu brin­gen. Und zu­fäl­lig, am Tag nach mei­nem 15. Ge­burts­tag, war ein Abend mit ei­nem berühm­ten Me­di­um aus der Ge­gend, aus der ich stam­me.

Wir ka­men wie im­mer zu spät. Im Saal gab es noch zwei freie Stüh­le, und die wa­ren in der ers­ten Rei­he. Ich hat­te al­so ei­nen Platz in der ers­ten Rei­he für die­sen gan­zen wun­der­ba­ren Abend. Ich er­in­ne­re mich nicht mehr so ge­nau, aber mei­ne Mut­ter hat mir dann nach­her ge­sagt, dass ich ihr ins Ohr ge­flüs­tert ha­be: Das ist das, was ich auch ma­chen soll! Und sie sag­te: Was??!! Und ich sag­te zu ihr: Das ist der Grund, war­um ich auf die­ser Er­de bin.

Am En­de des Abends mit die­sem Me­di­um bin ich zu ihr hin­ge­gan­gen und ich woll­te von ihr ler­nen. Sie sag­te: Du bist zu jung dafür. Das ist noch nicht der rich­ti­ge Weg für dich. Und ich sag­te: Wir wer­den ja se­hen. Dann bin ich je­de Wo­che zu die­sen Tref­fen ge­gan­gen. Ich ha­be dort auch neue Freun­de ken­nen­ge­lernt. Die wa­ren al­le min­des­tens 65 Jah­re als ... oder äl­ter ... Al­le stan­den mir bald sehr na­he und woll­ten das Bes­te für mich. Sie ha­ben mich von zu­hau­se ab­ge­holt und zum Tref­fen ge­fah­ren und da­nach wie­der nach Hau­se ge­bracht, nur da­mit ich in die­ser spi­ri­tis­ti­schen Kir­che sein und et­was ler­nen konn­te. Nach un­ge­fähr sechs Mo­na­ten gab die Frau auf. Sie sag­te: Al­so gut. Möch­test du ei­nen Test ma­chen? Ich sag­te: Klar, war­um nicht. Sie lud mich auf die Büh­ne ein, ich stand da mit 250 Leu­ten vor mir. Mein Herz ras­te! Der Mann ne­ben mir, ihr As­sis­tent, sag­te zu mir: Kyle, at­me lang­sam, schließ dei­ne Au­gen. Ich sag­te: Mach dir kei­ne Sor­gen – ich ha­be schon ei­ne Bot­schaft. Er sag­te: Wie bit­te? Ich sag­te: Lass mich ein­fach zum Po­di­um, ich ha­be et­was zu sa­gen. Aus ir­gend­ei­nem Grund hat­te ich die­ses Selbst­ver­trau­en. Ich such­te die Per­son aus, mit der ich sp­re­chen woll­te. In dem Mo­ment, als ich sie an­sah, tauch­te der Na­me ih­res Bru­ders in mei­nem Kopf auf. Ich weiß noch, sein Na­me war Fran­cis. Ich sag­te zu ihr: Ich bin hier, um dir dei­nen Bru­der zu brin­gen. Nach­dem ich die­ser Frau die Bot­schaft über­bracht hat­te, für die es auch si­che­re An­zei­chen gab, dass es stimm­te, sag­te der Prä­si­dent die­ser Kir­che: Ich darf Ih­nen un­ser neu­es Grün­sch­na­bel-Me­di­um vor­s­tel­len. Ihr wer­det Kyle jetzt je­de Wo­che se­hen. So war ich al­so will­kom­men bei die­sen Tref­fen.

Wir sprin­gen jetzt mal ein­ein­halb Jah­re nach vorn.

Als ich knapp 17 war, wur­de ich als das jüngs­te Me­di­um Großbri­tan­ni­ens be­kannt. Ich war im Fern­se­hen, in al­lem mög­li­chen Zei­tun­gen und ü­be­r­all zu se­hen. Aber ir­gend­wann ging es mei­nen El­tern zu weit, dass ich fast nur noch mit Frau­en in der Me­no­pau­se zu­sam­men war, und sie be­sch­los­sen, dass ich Mu­sik stu­die­ren soll­te. Die Kar­ten, die En­gel­bücher, all das wur­de weg­ge­packt.

Ab da bin ich vie­le Jah­re lang in die Mu­sik ein­ge­taucht. Ich ha­be als Event­ma­na­ger in ei­nem Ho­tel ge­ar­bei­tet und an den Wo­chen­en­den als DJ in ganz Glas­gow ge­ar­bei­tet. Das hat mir sehr viel Spaß ge­macht und ich hat­te nicht das Ge­fühl, dass mir et­was fehl­te. Das mit den En­geln und dem Him­mel ha­be ich völ­lig ab­ge­schal­tet.

Aber eins weiß ich jetzt: Wenn et­was für dich be­stimmt ist, dann kommst du nicht dar­an vor­bei.

Ei­nes Abends ha­be ich be­sch­los­sen, ein En­gel­buch zu le­sen. Es war von Dia­na Co­oper, An­gel In­spi­ra­ti­on. Ei­nes der Ka­pi­tel heißt „Fe­dern“. Ich schlug das Buch auf und fing an zu le­sen. Und als ich zu die­sem Ka­pi­tel kam, fiel ei­ne Fe­der aus dem Buch. Sie fiel auf mei­ne Brust und ich be­kam ei­ne Gän­sehaut. Mein gan­zer Raum füll­te sich mit En­geln. Ü­be­r­all wa­ren En­gel. Ich krie­ge jetzt noch ei­ne Gän­sehaut, wenn ich dar­an den­ke.

An dem Abend bin ich ein­ge­sch­la­fen mit dem Be­wusst­sein, von die­ser be­din­gungs­lo­sen Lie­be um­ge­ben zu sein.

Als ich am nächs­ten Mor­gen auf­wach­te, stand ein zwei­ein­halb Me­ter großer schwar­zer Mann in mei­nem Zim­mer. Der sah aus wie Prä­si­dent Oba­ma. Und ich sag­te: Wer bist denn du?? Was willst du von mir? Aber ehr­lich ge­sagt, dach­te ich, ich träu­me. Ich schüt­tel­te den Kopf und mach­te die Au­gen ein paar Mal auf und zu. Aber er ging nicht weg. Ich be­schloss, die­sen Mann und die­se En­er­gie ein­fach zu igno­rie­ren. Er trug ei­ne kup­fer­far­be­ne Rüs­tung. Er hat­te kei­ne Flü­gel. Aber die En­er­gie hin­ter ihm sah fast so aus wie Flü­gel. Ich hat­te noch nie sol­che Au­gen wie sei­ne ge­se­hen. Es war, als ob ein Feu­er in sei­nen Au­gen brann­te.

Ich bin dann ein­fach auf­ge­s­tan­den und ha­be ge­duscht. Ich war mal wie­der zu spät dran, ich muss­te ja ar­bei­ten. Ich ge­be zu ... ich kom­me meis­tens zu spät ... Al­so, ich ging du­schen und als ich zu­rück in mein Zim­mer kam, war er im­mer noch da. Und ich ent­schied, mich lie­ber im Ba­de­zim­mer fer­tig zu ma­chen. Dann bin ich ganz nor­mal ar­bei­ten ge­gan­gen und ha­be ihn ein­fach dort ge­las­sen. Und die gan­ze Zeit klin­gel­te mein Han­dy mit ei­ner pri­va­ten Num­mer. Mei­ne Che­fin sag­te: Kyle, was ha­be ich dir ge­sagt in Be­zug auf das Han­dy und die Ar­beit? Ich sag­te: Bit­te kann ich den An­ruf an­neh­men, viel­leicht geht es um ei­nen tol­len DJ-Job. Und sie sag­te: Na gut, geh ran. Ich nahm den An­ruf al­so an und da sag­te ei­ne Frau­en­stim­me: Hal­lo, ist dort Kyle Gray, das Me­di­um? Ich sag­te: Ja, früher war ich mal Me­di­um. Sie sag­te: Ich ha­be gehört, Sie sind sehr gut in dem, was Sie da ma­chen. Und ich sag­te et­was ab­wei­send: Wer spricht denn da? Sie sag­te: Mein Na­me ist Yvon­ne, ich ru­fe von der schot­ti­schen Zei­tung Sun an.

Das ist ei­ne Rie­sen­zei­tung, mit ei­ner sehr spe­zi­el­len po­li­ti­schen Mei­nung und ein biss­chen bil­lig. Ich sa­ge al­so so­fort: „Die­se Zei­tung le­se ich nicht. Ich le­se den In­de­pen­dent.“ Aber sie ließ nicht lo­cker und sag­te: „Wir su­chen ein Me­di­um, das ei­ne Ko­lum­ne für die Zei­tung schrei­ben soll, und wir ha­ben das Ge­fühl, Sie sind der Rich­ti­ge dafür.“ Ich sag­te, nein dan­ke, und leg­te auf. Sie hat noch sechs Mal an­ge­ru­fen, bis ich zu­ge­sagt ha­be, we­nigs­tens für ein Ge­spräch zu kom­men. Ich ging al­so dort­hin – und war na­tür­lich ei­ne Stun­de zu spät – und sie sag­te: „Der Re­dak­teur möch­te Sie gern tref­fen.“ Es war wie im Film. Der Mann sag­te: „Wer sind Sie und war tun Sie? Le­sen Sie aus Stei­nen oder aus Kno­chen?“ Und ich sag­te: „Nein, ei­gent­lich sp­re­che ich mit En­geln.“ Er sag­te: „Ja­ja, das ken­nen wir schon.“ Und dann frag­te er: „Al­so, was kön­nen Sie in die­sem Raum hier se­hen?“ Ich ant­wor­te­te: „So geht das nicht. Ich muss mich schon dar­auf ein­stim­men. Aber da ist ei­ne schwarz­weiße Kat­ze auf dem Schoß die­ser Frau.“ Dar­auf sag­te er: „Den stellt ihr ein!“ Es stell­te sich näm­lich her­aus, dass die Frau am Tag vor­her ih­re Kat­ze hat­te ein­schlä­fern las­sen müs­sen. Und die war schwarz­weiß ge­we­sen.

Plötz­lich än­der­te sich mein gan­zes Le­ben. Ich wur­de als „En­gel­flüs­te­rer“ be­kannt. Je­de Wo­che schrieb ich ei­ne Ko­lum­ne für die schot­ti­sche Zei­tung Sun, die von 500.000 Leu­ten ge­le­sen wur­de. Ich wer­de nie den ers­ten Tag bei der Sun ver­ges­sen. Der Post­bo­te kam mit ei­nem Rie­sen­sack vol­ler Brie­fe zu mir. Ich mach­te die Tür auf und er sag­te: „Bin ich froh, dass Sie da sind! Schrei­ben Sie jetzt für die Sun oder was?“ Und ich sag­te: „Sind et­wa al­le die­se Brie­fe für mich?!“ Und er ant­wor­te­te: „Ich ha­be noch fünf sol­cher Sä­cke im Au­to.“ Ich hat­te dann ü­be­r­all die Sä­cke und die Brie­fe lie­gen. Ich konn­te nicht mal mehr zum Su­per­markt ge­hen, oh­ne er­kannt zu wer­den.

Und im­mer muss­te ich dar­an den­ken, dass die En­gel mich nicht auf­ge­ge­ben hat­ten. Al­so konn­te ich sie auch nicht auf­ge­ben, ich muss­te die­se Ar­beit tun. Und so bin ich heu­te hier, da­mit ich euch dar­in un­ter­s­tüt­zen kann, euch mit eu­ren Schutz­en­geln zu ver­bin­den. Ich glau­be näm­lich nicht, dass ich ei­ne ex­k­lu­si­ve Ga­be ha­be. Ich glau­be, dass wir al­le die Fähig­keit ha­ben, uns mit den En­geln zu ver­bin­den. Es gibt ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten das zu tun.

Aber ich muss ein paar ganz wich­ti­ge Din­ge sa­gen. Ihr müsst ge­dul­dig sein und ihr müsst dis­zi­pli­niert sein. Vie­le Leu­te den­ken, das ist et­was, das man ge­le­gent­lich mal macht. sich mit den En­geln zu ver­bin­den braucht ei­ne täg­li­che Pra­xis. Je­des Mal, wenn mich je­mand fragt, wie kann ich mich mit den En­geln ver­bin­den, sa­ge ich im­mer den glei­chen lang­wei­li­gen Satz: Du musst me­di­tie­ren.

Es gibt zwei wich­ti­ge Pro­zes­se in Be­zug auf die En­gel­kom­mu­ni­ka­ti­on. Das ei­ne ist Sp­re­chen und das an­de­re ist Zu­hö­ren. Wenn ein Ge­bet das Sp­re­chen ist, dann ist Me­di­ta­ti­on das Hin­hö­ren. 

Ich glau­be fest dar­an, dass ihr be­reits mit eu­ren En­geln in Kon­takt seid. Dein En­gel spricht durch dei­ne In­tui­ti­on zu dir. Durch die­se in­ne­re Stim­me, der wir uns im­mer wei­gern zu­zu­hö­ren. Ich weiß, dass ihr al­le zwei in­ne­re Stim­men habt: die gu­te und die ver­rück­te. Wir al­le ha­ben zu­ge­las­sen, dass die ver­rück­te Stim­me die Kon­trol­le über­nimmt. Aber es geht wirk­lich dar­um, die gu­te zu kul­ti­vie­ren. Und der rich­ti­ge Weg, das zu tun, be­steht dar­in, die Lie­be zu dir selbst zu fin­den. Ich weiß, das klingt sehr sim­pel, aber es ist leich­ter ge­sagt als ge­tan. Wenn du dich in Selbst­ak­zep­tanz übst, geht es nicht um Ei­tel­keit und ganz si­cher nicht um Mo­de, son­dern es dar­um, dass du dich wirk­lich als die Per­son liebst und ak­zep­tierst, die du bist. Du bist ein gött­li­ches Ge­schöpf. Ich glau­be fest, dass du ein Aus­druck der Lie­be bist.

Wenn wir uns er­lau­ben, mit die­ser Lie­be in Berüh­rung zu kom­men, wird sie un­ser Kom­pass. Dann wer­den wir nicht mehr län­ger in die Ne­ga­ti­vität des Le­bens ge­führt, son­dern an die Or­te, an de­nen wir Un­ter­s­tüt­zung im Über­maß er­fah­ren.

Kei­ne ein­zi­ge Per­son in die­sem Raum ist je­mals ver­ges­sen wor­den. Ich glau­be dar­an, dass du zwei Ga­ben bei dei­ner Ge­burt er­hal­ten hast. Dir wur­de die Prä­senz der En­gel ge­schenkt und du hast das Ge­schenk des frei­en Wil­lens er­hal­ten. Ihr wisst be­stimmt schon, dass die En­gel euch nicht hel­fen kön­nen, wenn ihr sie nicht da­zu ein­la­det. Und vie­le von uns ha­ben ein­fach ver­ges­sen, die­sem frei­en Wil­len, die En­gel ein­zu­la­den, Aus­druck zu ver­lei­hen.

Mei­ne Art weicht ein biss­chen von der an­de­rer Leu­te ab, aber ich bin halt ein Re­bell. Und ich hof­fe, dass ihr mit mir zu­sam­men Re­bel­len seid! Wenn ich al­so mit den En­gels sp­re­che, fle­he ich sie nicht an. Ich sp­re­che so mit ih­nen, als hät­ten mir be­reits ge­hol­fen.

In den meis­ten Büchern heißt es, dass wir die En­gel ein­la­den sol­len, und das ist schon rich­tig. Aber es gibt ein Wort, das ich in mei­nen Ge­be­ten im­mer ver­mei­de, und die­ses Wort ist „bit­te“. Ich ha­be die­ses Wort in „dan­ke“ ver­wan­delt. Für mich hat sich her­aus­ge­stellt, dass „dan­ke“ viel kraft­vol­ler ist als „bit­te“. Wenn wir „bit­te“ sa­gen, dann klingt das wie aus der Angst her­aus, dass es even­tu­ell gar nicht pas­sie­ren wird. Wenn wir „dan­ke“ sa­gen, dann steckt dar­in auch das Ver­trau­en, dass et­was be­reits ge­sche­hen ist.

Ich er­zäh­le euch mal, wie ich her­aus­ge­fun­den ha­be, dass dies Din­ge to­tal trans­for­mie­ren kann. Es fing an mit mir auf ei­nem Skate­board. Vor zwei Jah­ren ha­be ich ein Skate­board zu Weih­nach­ten be­kom­men und da­mit ging ich zu ei­nem Skate­park und woll­te ei­ne sie­ben Me­ter ho­he Ram­pe run­ter­fah­ren. Mei­ne Freun­de fan­den das lus­tig und sie hat­ten Ka­me­ras da­bei. Ich bin die­se Ram­pe mit über 100 Stun­den­ki­lo­me­tern run­ter­ge­s­aust und es sah so aus, als wür­de ich ei­nen Rie­sen­sprung ma­chen. Ich ver­such­te, vom Skate­board run­ter­zu­sprin­gen, aber mein Knie und mein Knöchel ga­ben nach. Dann bin ich ge­s­türzt wie ei­ne Dra­maqueen und bin auf dem Bo­den rum­ge­kro­chen mit Rie­sen­sch­mer­zen. Mei­ne Freun­de dach­ten, ich über­trei­be, aber ich konn­te wirk­lich nicht mehr lau­fen. Nach­dem ich mich ge­wei­gert hat­te, ins Kran­ken­haus zu ge­hen und das Buch von Loui­se L. Hay You Can Heal Your Life nicht mehr aus der Hand ge­legt ha­be, sag­te mei­ne Mut­ter, dass die En­gel ihr be­foh­len hät­ten, mich ins Kran­ken­haus zu brin­gen. Das war die ein­zi­ge Mög­lich­keit, mich dort­hin zu brin­gen.

Nach vie­len Rönt­gen­auf­nah­men und Un­ter­su­chun­gen sag­te der Arzt, dass ich mein Bein sechs Wo­chen lang nicht be­las­ten dür­fe. Er gab mir ein Paar Krü­cken. Er frag­te mich, ob Schmerz­mit­tel woll­te. Und ich sag­te: „Nein, dan­ke. Ich be­nut­ze Af­fir­ma­tio­nen.“

Ich ging nach Hau­se und ha­be die En­gel an­ge­fleht, mir Hei­lung zu brin­gen. Und da ging mir plötz­lich wie­der ein Licht auf. Mei­ne Ge­be­te wa­ren von Angst er­füllt. Ich muss­te mei­ne Wahr­neh­mung än­dern. Al­so mach­te ich mei­ne Au­gen zu und nahm ei­nen tie­fen Atem­zug und ich fing an, dar­über nach­zu­den­ken, wofür ich dank­bar war. Trotz mei­nes Un­falls war ich sehr dank­bar für das tol­le Skate­board. Ich dank­bar für mei­ne Freun­de, die ein­fach Spaß ha­ben woll­ten. Ich war dank­bar, dass ich ei­ne Mut­ter mit Über­zeu­gungs­kraft hat­te. Und ich war dank­bar, dass ich am nächs­ten Tag nicht ar­bei­ten muss­te.

Dann hör­te ich mich plötz­lich sa­gen: „En­gel, ich bin dank­bar für die Hei­lung, die ich er­fah­ren ha­be. Ich bin dank­bar für die Hei­lung, die mei­nem Knie und mei­nem Knöchel be­reits zu­teil ge­wor­den sind. Es fühlt sich so gut an, frei lau­fen zu kön­nen. En­gel, ich füh­le mich, als könn­te ich ren­nen." An dem Abend bin ich ins Bett ge­gan­gen und ha­be noch ein biss­chen ge­le­sen und bin dann sehr schnell ein­ge­sch­la­fen.

Am nächs­ten Mor­gen, nach­dem ich ziem­lich lan­ge ge­sch­la­fen hat­te, stand ich auf und mach­te wie im­mer mein Frühs­tück. Und erst, als ich mei­ne ge­ba­cke­nen Boh­nen auf Toast ge­ges­sen hat­te, wur­de mir klar, dass ich ja in die Küche ge­gan­gen war. Da war kein Schmerz, kei­ne Schwel­lung und kein Blut­er­guss. Ich war ge­heilt! Dar­über war ich so auf­ge­regt, dass ich gleich die Krü­cken zu­rück ins Kran­ken­haus brin­gen woll­te.

Ich glau­be, dass ich durch mein Ver­trau­en, schon ge­heilt zu sein, tatsäch­lich ge­heilt wur­de. Und ge­nau die­sen Pro­zess wen­de ich jetzt auf al­les in mei­nem Le­ben an. Egal, ob es ein fi­n­an­zi­el­les Pro­blem ist, oder der Aus­fall mei­nes Flu­ges ges­tern. Ich er­war­te im­mer ei­ne Lö­sung und ver­traue auf die En­gel. Ich sa­ge im­mer: „Dan­ke, En­gel“, so als wä­re schon et­was pas­siert. So ent­wi­ckelt sich je­den Tag ir­gend­ei­ne Art von Wun­der.

Und der zwei­te Teil – selbst wenn ich mit den En­geln sp­re­che und sie bit­te mir zu hel­fen, über­ge­be ich ih­nen mei­nen Tag. Je­den Mor­gen, wenn ich auf­s­te­he, um­ar­me ich mich erst mal selbst: „Ich bin so dank­bar für die­sen Kör­per, ich bin so dank­bar für die­ses Le­ben. Lie­be En­gel, ich über­ge­be euch mei­nen Tag. Ich weiß, dass nur gu­te Din­ge ge­sche­hen wer­den.“ Dann ma­che ich mei­ne mor­gend­lich Yo­ga­pra­xis und da­bei ha­be ich die Ge­le­gen­heit hin­zu­hö­ren. Wenn du kein Yo­ga machst, dann schla­ge ich vor, du setzt dich ein­fach im Schnei­der­sitz auf den Bo­den oder wenn das nicht mög­lich ist, auf ei­nen Stuhl. Dann sa­ge ein ganz ein­fa­ches Ge­bet: „En­gel, dan­ke, dass ihr mir of­fen­bart, was ich wis­sen muss.“ Ich ra­te den Men­schen, ein­fach die Au­gen zu­zu­ma­chen und sich auf den Atem zu kon­zen­trie­ren. Dann wirst du ir­gend­wo in dei­nem Geist die Ant­wort be­kom­men, die du brauchst. Manch­mal mag die In­for­ma­ti­on, die du be­kommst, tri­vi­al wir­ken, und zu an­de­ren Zei­ten kann sie dein Le­ben ver­än­dern. 

Ich ha­be schon al­le mög­li­chen Bot­schaf­ten er­hal­ten, von „räum die­sen Schrank auf“ bis zu der Auf­for­de­rung, an ganz un­ge­wöhn­li­che Or­te zu ge­hen, um je­man­dem ei­ne Bot­schaft zu über­brin­gen. Aber ich hö­re im­mer auf die Füh­rung, die mir zu­teil wird.

Wir kön­nen das zu­sam­men ma­chen. War­um la­den wir jetzt nicht ein­fach un­se­re En­gel ein? Wir wol­len ih­nen dafür dan­ken, dass sie uns auf un­se­rer Rei­se be­g­lei­ten. Wir be­dan­ken uns dafür, dass sie uns da­hin füh­ren, wo wir sein müs­sen. Und wir be­dan­ken uns dafür, dass sie uns das mit­tei­len, was wir wis­sen müs­sen.

Wenn ihr jetzt auf ei­nem Stuhl sitzt, emp­feh­le ich euch, bei­de Bei­ne auf den Bo­den zu stel­len und nicht zu über­kreu­zen. Wenn et­was auf dei­nem Schoß liegt oder dei­nen Brus­t­raum be­engt, le­ge es ein­fach auf den Bo­den. Rol­le die Schul­tern ein biss­chen zu­rück und ach­te dar­auf, dass dein Rü­cken schön ge­ra­de ist. Wenn du dich da­bei wohl­fühlst, schließe dei­ne Au­gen. Nimm ei­nen tie­fen Atem­zug und las­se den Atem bis ans En­de dei­ner Wir­bel­säu­le fließen. Im Aus­at­men ent­spannst du dei­nen Kör­per. Ma­che das ein paar Atem­zü­ge lang und brin­ge dich da­mit selbst zur Ru­he. Und jetzt stel­le dir ein ganz gött­li­ches gol­de­nes Licht vor. Stel­le dir das gol­de­ne Licht über dei­nem Kopf vor. Er­lau­be die­sem Licht, die Kro­ne dei­nes Kop­fes zu er­fas­sen und sich über dei­ne Stirn, Na­se, Wan­gen und Kinn aus­zu­brei­ten. Lass das Licht dei­nen gan­zen Kör­per ein­hül­len. Er­lau­be dem Licht, sich mit dei­nem Blut­kreis­lauf zu ver­bin­den und je­des dei­ner Or­ga­ne zu durch­spü­len. Er­lau­be dem Licht, die Span­nung aus dei­nen Schul­tern weg­zu­wa­schen. Er­lau­be ihm, ir­gend­wel­che Ein­schrän­kun­gen in dei­nem Brust­be­reich und dei­nem Her­zen weg­zu­wa­schen. Sieh das Licht in dei­nem Ma­gen und dei­nem gan­zen Ver­dau­ungs­sys­tem, hin­un­ter über dei­nen Po, dei­ne Ober­schen­kel bis hin zu dei­nen Ze­hen­spit­zen. Vi­sua­li­sie­re, er­schaf­fe und se­he jetzt ei­nen gol­de­nen En­gel hin­ter dir, wäh­rend wir jetzt un­ser ers­tes Ge­bet sp­re­chen.

„Dan­ke, En­gel, dass ihr mich an eu­re Ge­gen­wart er­in­nert. Dan­ke, En­gel, dafür, dass ihr mich mit eu­rem Licht des Schut­zes um­gebt. Dan­ke, En­gel, dass ich mein Herz öff­ne für die Lie­be, die ich ver­dient ha­be. Dan­ke, En­gel, für die Un­ter­s­tüt­zung im Über­fluss, die ich in mei­nem Le­ben er­fah­re. En­gel, ich er­lau­be euch, mich zu füh­ren. Und ich er­lau­be der Lie­be, mein Kom­pass zu sein.“

Den­ke jetzt an ir­gend­et­was, das du brauchst, ei­ne Un­ter­s­tüt­zung in die­sem Mo­ment. Dan­ke dei­nen En­geln, dass sie sich be­reits dar­um ge­küm­mert ha­ben und es für dich er­le­di­gen. Wenn du kannst, lass das gol­de­ne Licht sich aus­deh­nen zu die­sen Men­schen oder die­ser Si­tua­ti­on. Er­lau­be der Lie­be und der Un­ter­s­tüt­zung, die­sen Be­reich dei­nes Le­bens zu durch­strö­men. Und ich möch­te, dass ihr jetzt in­ner­lich sagt: „En­gel, ich über­ge­be euch das.“ Mit dem Ver­trau­en und durch die Gna­de Got­tes er­lau­be ich euch, das zu tun, was am bes­ten ist. Und ich ver­traue dar­auf, dass das zum höchs­ten Woh­le al­ler ge­schieht.

Dann nimm dir ein paar Au­gen­b­li­cke Zeit und den­ke an et­was, das viel­leicht auch Un­ter­s­tüt­zung braucht, und durch­lau­fe noch mal den glei­chen Pro­zess. Und ge­nieße die Stil­le, in der du nur dei­nen ei­ge­nen Atem hörst.

Wäh­rend du da be­quem sitzt, möch­te ich, dass du sagst: „Dan­ke, En­gel, dass ihr mir of­fen­bart, was ich wis­sen muss. Wenn es et­was gibt, wofür du Un­ter­s­tüt­zung brauchst, dann er­zäh­le den En­geln da­von und stel­le ih­nen ei­ne Fra­ge, die sie mit Ja oder Nein be­ant­wor­ten kön­nen. Ver­traue der ers­ten Ant­wort, die in dei­nem Geist auf­taucht. Und wenn dir sonst noch et­was in den Sinn kommt, dann mer­ke dir das erst mal. Ich glau­be, dass das die gött­li­che Füh­rung ist, die sich aus­drückt und die du brauchst.

Jetzt möch­te ich, dass du an ir­gend­je­man­den in der Welt denkst, der das Licht der En­gel braucht. Es gibt ei­ne Zeit, in der man an­de­ren zu Di­ens­ten ist. Sprich im Geis­te den Na­men die­ses Men­schen aus und sa­ge dann: „Dan­ke, En­gel, dass ihr eu­er hei­len­des Licht zu die­sem Men­schen schickt.“ Un­ter dem Ge­setz der Gna­de und für das höchs­te Wohl al­ler.

Wenn du be­reit bist, be­dan­ke dich noch mal bei dei­nen En­geln. Und er­in­ne­re dich noch mal an die­se un­glaub­li­che Prä­senz, die hin­ter dir steht und dich ein­hüllt. Und dann, wenn du so­weit bist, nimm ei­nen tie­fen Atem­zug und öff­ne dei­ne Au­gen mit dem Aus­at­men.

Ich glau­be, es ist wich­tig, sich die Zeit zu neh­men, sich den En­geln zu öff­nen. Vie­le Men­schen wer­den aus den un­ter­schied­lichs­ten Grün­den von den En­geln an­ge­zo­gen. Zum Bei­spiel im Rei­ki-Pro­zess, wo wir an­de­ren hel­fen wol­len. Aber ihr müsst euch wirk­lich an das Al­ler­wich­tigs­te er­in­nern. Wenn du die Ver­bin­dung hast und gut für dich selbst sorgst, dann kannst du die­se Ver­bin­dung er­wei­tern und mehr Men­schen hel­fen. Es ist sehr wich­tig, dass die­ses Gleich­ge­wicht stimmt.

Ich weiß, ich ha­be sehr jung da­mit an­ge­fan­gen. Und da war es si­cher auch von mei­nem Ego an­ge­trie­ben, dass ich ge­se­hen wer­den und An­er­ken­nung für das be­kom­men woll­te, was ich da tat. Aber spä­ter ist mir klar ge­wor­den, wie wich­tig das wirk­lich für mich ist. Des­halb ma­che ich mor­gens Me­di­ta­ti­on und Yo­ga, da­mit mei­ne Ver­bin­dung stimmt.

Die En­gel sa­gen mir, dass vie­le von euch in die­sem Raum Erz­en­gel sind. Vie­le von euch sind hier um zu hel­fen. Aber ihr dürft das nicht ma­chen auf eu­re ei­ge­nen Kos­ten. Ihr müsst euch die Zeit neh­men, da­mit ihr, wenn ihr Ja sagt, es auch wirk­lich meint. Und sagt Nein, wenn ihr nicht in der La­ge seid zu hel­fen. Die­se In­te­grität ist manch­mal das größ­te Ge­schenk, das du je­man­dem ma­chen kannst. Be­son­ders in der En­er­gie­ar­beit und bei großer Sen­si­bi­lität müs­sen wir uns selbst schüt­zen.

Heu­te Mor­gen nach mei­nen Mor­genübun­gen ha­ben ich die En­gel ge­fragt, worüber ich mit euch sp­re­chen soll. Und mir wur­de ge­sagt, dass ich euch die Bot­schaf­ten von zwei Erz­en­geln mit­tei­len soll. Der ers­te Erz­en­gel, der mir in den Sinn ge­kom­men ist, war Erz­en­gel Je­re­miel, das be­deu­tet die Gna­de Got­tes. Ich be­zeich­ne ihn auch als den, der Wun­der voll­bringt. Er bringt uns das Wun­der der Ver­ge­bung. Man­chen Men­schen fin­den dass Ver­ge­bung das Al­ler­schwie­rigs­te ist. Aber es ist das größ­te Ge­schenk, das wir uns selbst ma­chen kön­nen. Ver­ge­bung durch­schnei­det die emo­tio­na­len Fes­seln und Blo­cka­den, die uns zu­rück­hal­ten. Je­re­miel ist der En­gel, der das für uns tun kann. Schon wenn wir ein­fach nur sei­nen Na­men aus­sp­re­chen, ru­fen wir sei­ne Ge­gen­wart her­bei. Du bringst die Gna­de und die Ver­ge­bung Got­tes in den Raum. Ich glau­be fest dar­an, dass er die­ses Licht mit sich trägt.

 

Quelle: KGS Hamburg Magazin (08/2013)